Heinrich Wimmer und Sabine Ressel. Foto:  Königseder/Stadt Burghausen

Heinrich Wimmer und Sabine Ressel. Foto: Königseder/Stadt Burghausen

200 Jahre "Stille Nacht"

Zu einer musikalischen Fortschreibung des unverwüstlichen Weihnachtsklassikers "Stille Nacht" von Franz Xaver Gruber ruft die Stadt Burghausen auf.

Wenn der Schöpfer des weltweit bekannten Stille-Nacht-Liedes, Franz Xaver Gruber, noch leben würde, dann würde er am 25. November 2017 seinen 230. Geburtstag feiern. Der Komponist wurde im österreichischen Hochburg-Ach, nur einen Steinwurf vom bayerischen Burghausen entfernt, geboren. Franz Xaver Gruber erhielt seine musikalische Grundausbildung von 1805 bis 1806 in der Burghauser Stadtpfarrkirche St. Jakob. Grund genug für die Salzachstadt Burghausen zum Jubiläum 200 Jahre Stille-Nacht-Lied einen Kompositionswettbewerb unter Schirmherrschaft von Ersten Bürgermeister Hans Steindl für Orgel Solo auszuschreiben.

Die Idee dazu stammt von Organist Heinrich Wimmer. Der Altöttinger hat wiederum seine musikalische Heimat in Burghausen und übt hauptsächlich in der Stadtpfarrkirche St. Jakob, in der Franz Xaver Gruber die Basis des Orgelspiels bei Georg Hartdobler erlernt hat, was schriftlich belegt ist.  Die Komposition für Orgel Solo soll eine neue bzw. andere Interpretation des Stille-Nacht-Liedes beinhalten und zehn Minuten nicht überschreiten. Sie soll sowohl für einen Konzertrahmen als auch in der liturgischen Praxis einsetzbar sein. Eine Jury wird im Blindverfahren die Preisträger ermitteln. Der Kompositionswettbewerb ist folgendermaßen dotiert: 1. Preis 3.000 Euro, 2. Preis 2.000 Euro, 3. Preis 1.000 Euro. Zudem wird die Uraufführung der Werke in einem festlichen Rahmen im Herbst 2018 in Burghausen erfolgen.

„Es ist das erste Mal für uns alle, so einen Kompositionswettbewerb auszuschreiben, daher kann ich noch nicht einschätzen, wie viele Zuschriften uns erreichen“, sagt Ideengeber Heinrich Wimmer, der auch Teil der Jury sein wird. Weitere Jurymitglieder sind: Domorganist Prof. Franz Stoiber aus Regensburg, Domorganist Ludwig Ruckdeschel aus Passau, Domorganist Prof. Winfried Bönig aus Köln, Prof. Ulrich Theißen aus Salzburg sowie Domorganist Prof. Heribert Metzger aus Salzburg.

„Selbstverständlich werden die Einsendungen vertraulich behandelt und der Jury werden keine Realnamen oder Adressen übermittelt, so dass die Abstimmung im Blindverfahren absolut fair ist“, erklärt Sabine Ressel vom städtischen Kulturbüro das Prozedere. „Die Jury deckt ein breites Spektrum ab und besteht ausschließlich aus ausgewiesenen Kennern und Könnern“, unterstreicht Ressel.  

Die Komposition sollte „handwerklich gut gemacht“ sein, wie Organist Wimmer betont und keinesfalls einem gewissen Zeitgeist hinterherjagen. Sie kann neue Impulse beinhalten, sollte aber dennoch eine gewisse Eingängigkeit beweisen. „Wir wollen das Publikum ja nicht vergraulen“, sagt Heinrich Wimmer, der als Organist regelmäßig in ganz Europa Konzerte gibt.  Burghausen ist als Trägergemeinde neben zwölf anderen Städten und Gemeinden Mitglied der Stille-Nacht-Gesellschaft. Die Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Entstehung, Herkunft, Botschaft und die Verbreitung des Stille-Nacht-Liedes zu fördern. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2018.