49. Deutsches Jazzfestival Frankfurt: "Allgäu meets India" - hr-Bigband featuring Matthias Schriefl. Bild: hr/Sascha Rheker

49. Deutsches Jazzfestival Frankfurt: "Allgäu meets India" - hr-Bigband featuring Matthias Schriefl. Bild: hr/Sascha Rheker

49. Deutsches Jazzfestival in Frankfurt

Rund 5.000 Fans erlebten in den fast durchweg ausverkauften Konzerten rund 24 Stunden Musik von 15 Bands im hr-Sendesaal, der Alten Oper Frankfurt und im Mousonturm.

Beim Auftakt in der Alten Oper erwies sich die Musik des Frankfurter Posaunisten Albert Mangelsdorff als zeitlos. In insgesamt drei Sets und verschiedenen Besetzungen von Solo bis Big Band wurden Facetten seines musikalischen Schaffens ins Hier und Jetzt übertragen. Dafür sorgten unter anderem der Posaunist Nils Wogram und der Saxofonist Christof Lauer. Joachim Kühn, Weggefährte Mangelsdorffs, zeigte sich nicht nur an diesem Abend, sondern auch im hr-Sendesaal als expressiver Pianist des Sfumato-Quintetts von Emile Parisien.

Die drei Abende im Sendesaal demonstrierten den Farbenreichtum des zeitgenössischen Jazz. Aus dem Vollen schöpfen konnte Matthias Schriefl mit der hr-Bigband. Auf besondere Weise verknüpfte er indische Musik mit alpenländischer Folklore und einer Vielzahl von Einflüssen zu einer Grenzen und fast auch die Bühne sprengenden Performance. In weiteren Konzerten traf Jazz aus dem Alpenraum mit David Helbock's Random/Control auf die rockgetränkten Klanglandschaften der finnischen Band Oddarrang und kammermusikalische Exkursionen des Trios Köster/Sternal/Burgwinkel.

Bejubelt im stets ausverkauften Sendesaal wurde das österreichische Septett Shake Stew um Lukas Kranzelbinder, das hypnotische Grooves und Melodien in eruptive Ausbrüche gipfeln ließ. Mit aktuellem Jazz made in USA ernteten das SFJAZZ Collective und das Quartett des Schlagzeugers Mark Guiliana stehende Ovationen.

Auf musikalische Spurensuche in ihrer Heimat Bahrain begab sich die Londoner Trompeterin Yazz Ahmed mit ihrem Quartett. Einen verblüffend sinnlichen und hochdifferenzierten freien Dialog bis an den Rand der Stille ging die slowenische Pianistin Kaja Draksler mit der portugiesischen Trompeterin Susana Santos Silva in der Sonntagsmatinée im Mousonturm ein. Das Konzert war gleichzeitig der Abschluss des Bläserschwerpunkts des Festivals, der im Übrigen zeigte, dass die von Albert Mangelsdorff in den Jazz eingebrachten Multiphonics heute offensichtlich bei Blechbläsern zum guten Ton gehören.

Zum Abschluss, ebenfalls im Mousonturm, bot die Londoner Formation Kamaal Williams clubgängigen Postjazz aus der britischen Metropole. Beim Aftershow-Konzert im Festival-Hotel Lindner Main Plaza verbuchten die Echoes of Swing einen großen Erfolg mit ihrer zeitlosen Lesart der Jazztradition.

Die Radiohörer konnten – bis auf eine Ausnahme - alle Konzerte live in hr2-kultur verfolgen, außerdem ist der Auftaktabend des Festivals auf jazzfestival.hr2-kultur.de weiterhin als Video on Demand abrufbar. Das 50. Deutsche Jazzfestival Frankfurt 2019 findet im nächsten Jahr vom 23. bis. 27. Oktober statt.Das 49. Deutsche Jazzfestival Frankfurt 2018 wurde vom Hessischen Rundfunk/hr2-kultur in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt am Main/Dezernat für Kultur und Wissenschaft veranstaltet. Weitere Partner waren die Alte Oper Frankfurt, das Künstlerhaus Mousonturm und das Hotel Lindner Main Plaza Frankfurt.