Al Jarreau: Marina Chavez

Al Jarreau: Marina Chavez

Al Jarreau hört auf den Duke

In der Alten Oper Frankfurt nehmen der charismatische Al Jarreau und die NDR Bigband musikalischen Kontakt zu einer Legende des klangsatten Jazz auf: Duke Ellington.

In seinem neuesten Projekt widmet sich Al Jarreau, selbst längst zur Legende geworden, einem der großen Väter des Jazz – Duke Ellington. Am Mittwoch, 23. November 2016, stellt er gemeinsam mit der NDR Bigband von 20.00 Uhr an im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt sein ganz persönliches Duke Ellington Songbook vor, für das die bekanntesten Songs des US-amerikanischen Pianisten, Komponisten und Bandleaders in neue Arrangements gekleidet wurden.

„Ich singe schon sehr lange ein paar wenige Songs aus dem Ellington-Repertoire“, sagt Al Jarreau über das Projekt. Die Zusammenarbeit mit der NDR Bigband und deren Leiter Jörg Achim Keller aber habe ihm „eine ganz neue, irgendwie frische Art der Annäherung an diese Musik erlaubt“, schließlich sei aus den Arrangements ein „Mix aus Jarreau und den Qualitäten der NDR Bigband“ und somit „etwas tatsächlich Brandneues“, entstanden. Die Zusammenarbeit mit der NDR Bigband ist für Al Jarreau mit einer Rückkehr an vertraute Orte verbunden, denn in der Hamburger Jazzkneipe „Onkel Pö“ gab der Sänger vor vier Jahrzehnten sein erstes Konzert außerhalb Amerikas. „Von deutschen Jazzbühnen aus tritt ein bedeutender Entertainer eine Weltkarriere an“, titelte damals der Spiegel.

Al Jarreau, 1940 in Wisconsin geboren, zählt zu den bedeutendsten Jazzsängern unserer Zeit. Verhältnismäßig spät, im Alter von 35 Jahren nahm er sein erstes Album auf, es folgten etliche weitere Platten, die mit insgesamt sechs Grammys ausgezeichnet wurden. Jarreau gilt dabei als einziger Künstler, der in drei Kategorien – Jazz, Pop, Rhythm & Blues – Grammys gewann. „Viele Instrumentalisten, besonders die Bläser, orientieren sich an der menschlichen Stimme und versuchen, ihr Instrument wie sie klingen zu lassen“, versucht Jarreau den Zauber des Gesangs zu erklären.

„Aber die Stimme besitzt eine Wärme, die sich mit keinem Instrument erschaffen lässt. Besonders kein Piano wird je so klingen. ... Und dann hat sie noch dieses herrliche Vokabular zur Verfügung, die Worte, Botschaften. Welche Worte du als Sänger wählst, in welcher Zusammenstellung du sie deinem Mund entkommen lässt, ist unglaublich wichtig. Sei vorsichtig damit! Ich liebe die Sprache, ich liebe es, Texte zu schreiben, mir ist es auch ungeheuer wichtig, wirklich etwas zu sagen und einen klaren Standpunkt zu haben. Man kann mit Worten Menschen ermutigen, und diese Chance sollte man unbedingt nutzen.“