„Principle Guest Artist" beim hr-Sinfonieorchester ist der schwedische Klarinettist Martin Fröst. Foto: Martin Fröst/http://www.martinfrost.se

„Principle Guest Artist" beim hr-Sinfonieorchester ist der schwedische Klarinettist Martin Fröst. Foto: Martin Fröst/http://www.martinfrost.se

Alle Schubert-Sinfonien, viel Vokales

Die menschliche Stimme gilt als Anfang aller Musik und das hr-Sinfonieorchester widmet ihr in der kommenden Spielzeit besondere Aufmerksamkeit. „Principle Guest Artist" wird aber ein Klarinettist: der Schwede Martin Fröst.

Gleich im ersten hr-Sinfoniekonzert ist die Sopranistin Anja Harteros mit Richard Strauss' „Vier letzten Liedern" zu erleben. Mit „Elektra" und dem „Freischütz" stehen zwei konzertante Opern auf dem Konzertplan. In den sinfonischen Fokus rückt der Komponist Franz Schubert. Einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht der Familientag des hr-Sinfonieorchesters und der hr-Bigband „Backstage für alle!" im Frühjahr 2019. Die auf drei Jahre angelegte Kooperation mit dem ungarischen Komponisten Peter Eötvös endet mit dem großen Finalkonzert zu seinem 75. Geburtstag. „Principle Guest Artist" wird der schwedische Klarinettist Martin Fröst.

Andrés Orozco-Estrada konzentriert sich in der kommenden Spielzeit unter anderem auf den Sinfoniker Franz Schubert: Orozco-Estrada wird alle acht Sinfonien in zwei Doppel-Programmen vorstellen. Die Sinfonien werden dabei aufgeteilt in zwei Orchesterformationen geprobt und dann jeweils in unterschiedlicher Besetzung präsentiert. Angereichert und kontrastiert wird das erste Doppelprogramm durch Musik des Gegenwartskomponisten Jörg Widmann sowie durch dessen Schwester, die Geigerin Carolin Widmann. Im zweiten Doppelkonzert steht den Schubert-Sinfonien das Kunstlied gegenüber – in Form aktueller Arbeiten unter anderem von Wolfgang Rihm und Werken von Schubert selbst. Ein weiterer Höhepunkt ist die konzertante Aufführung von „Elektra", mit der Orozco-Estrada sein 2016 begonnenes Engagement für Richard Strauss fortsetzt.

Der Chefdirigent läutet nicht nur die Saison mit dem großen Europa Open Air im August am Frankfurter Mainufer ein, sondern er eröffnet auch zusammen mit dem MDR Rundfunkchor das Rheingau Musik Festival 2019 mit dem Requiem „Grande messe des morts" von Hector Berlioz.

Außerdem steht wieder sein von ihm selbst äußerst kurzweilig und lebendig moderiertes Gesprächskonzert „Spotlight" auf dem Spielplan. In dem beliebten Konzertformat wird der Chefdirigent im Herbst Antonín Dvoráks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt" vorstellen.

Unter dem Titel „Eötvös3" startete das hr-Sinfonieorchester vor zwei Jahren eine auf drei Jahre angelegte künstlerische Zusammenarbeit mit dem Komponisten Peter Eötvös, die in der kommenden Spielzeit ihren Abschluss findet. Kurz nach seinem 75. Geburtstag wird er das Finale von „Eötvös3" dirigieren und zwei weitere seiner eindrücklichen aktuellen Kompositionen vorstellen – darunter ein Requiem im Andenken an die namenlosen Opfer der Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum, das in Deutscher Erstaufführung zu hören sein wird.

Mit dem Klarinettisten Martin Fröst begrüßt das hr-Sinfonieorchester einen Künstler der Extraklasse als „Principle Guest Artist" der Spielzeit. „Ich freue mich sehr, ‚Principle Guest Artist' in Frankfurt zu sein und nächstes Jahr bei facettenreichen und sehr unterschiedlichen Projekten dabei zu sein, neue Kompositionen und das brandneue Projekt ‚Retrotopia' eingeschlossen", sagt der Schwede Martin Fröst. „Ich bin gespannt darauf, mit dem hr-Sinfonieorchester in so vielen wechselnden Rollen zusammenzuarbeiten: Ich werde dirigieren, aber auch als Solist und Kammermusiker auftreten und als Komponist des Stückes ‚Nomadia' in Erscheinung treten."

Der aus Uppsala stammende Musiker gehört zu den besten klassischen Holzbläsersolisten der Welt. Er lässt aber auch übliche musikalische Etiketten hinter sich, verbindet Tanz und Theater mit der Musik und mischt den traditionellen Musikbetrieb mit neuartigen Konzertformen und -konzepten auf. Als „Principle Guest Artist" wird Martin Fröst in dieser Saison in drei Projekten des hr-Sinfonieorchesters eine zentrale Rolle spielen und sein vielseitiges künstlerisches Spektrum zeigen.

Neben Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada werden in der kommenden Saison weitere internationale Spitzendirigenten am Pult des hr-Sinfonieorchesters stehen: darunter Christoph Eschenbach, Marek Janowski, Reinhard Goebel, Susanna Mälkki, Peter Ruzicka und Pablo Heras-Casado.

Außerdem werden sich Stars des Opern- und Liedfachs und der zeitgenössischen Vokalinterpretation beim hr-Sinfonieorchester die Hand reichen. In der konzertanten Oper „Elektra" sind unter anderem Elena Pankratova, Michaela Schuster und Michael Volle zu erleben. Im „Freischütz" singen unter anderem Lise Davidsen und Andreas Schager, beim Musikfest der Alten Oper steht Marisol Montalvo auf der Bühne. Auch im „Forum N" mit Auszügen aus Peter Ruzickas neuer Benjamin-Oper und im Kammermusik-Projekt mit Richard Wagners Wesendonck-Liedern sind Sänger prägende Solisten, genauso im „Barock+" mit Countertenor Bejun Mehta, der auch als Dirigent auftritt.

Ebenfalls in Doppelrollen schlüpfen der ehemalige „Artist in Residence" des hr-Sinfonieorchesters François Leleux als Dirigent und Oboist in einem Barock-Programm und der Dirigent Laurence Cummings, der auch als Organist fungiert. Zu den renommierten Solisten, die in der Saison 2018/19 mit dem hr-Sinfonieorchester musizieren, gehören darüber hinaus außergewöhnliche Instrumentalisten wie die Geiger Vadim Gluzman, Gil Shaham, Vilde Frang und Emmanuel Tjeknavorian sowie die Pianisten Rafal Blechacz, Leif Ove Andsnes, Jean-Yves Thibaudet und Tamara Stefanovich.

Mittlerweile ist das Europa Open Air ein nicht mehr wegzudenkendes Ereignis im Frankfurter Kulturleben, das weit über die Stadt hinausstrahlt. Auch in dieser Saison lädt das hr-Sinfonieorchester, unterstützt durch „Elisabethen Quelle", wieder zu einem Konzert an den Main ein. Als Auftakt der Europa-Kulturtage der EZB steht diesmal das Land Litauen im Mittelpunkt des Abends. Unter der Leitung von Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada präsentiert das hr-Sinfonieorchester zusammen mit dem Chor Jauna Muzika unter anderem Werke von Mikalojus Ciurlionis, Aaron Copland und Ludwig van Beethoven.

Das hr-Sinfonieorchester realisiert in der Spielzeit 2018/19 gleich zwei „Musik und Film"-Projekte: Im Rahmen des Musikfests der Alten Oper ermöglicht es erneut das Filmerlebnis mit live gespielter Musik von Stanley Kubricks Science-Fiction-Meisterwerk „2001: A Space Odyssey". Außerdem präsentiert es im hr-Sendesaal den Märchen-Abenteuer-Stummfilm „The Thief of Bagdad" mit einem der ersten Hollywood-Stars Douglas Fairbanks und der neu rekonstruierten eindrucksvollen Original-Begleitmusik des Reger-Schülers Mortimer Wilson in Deutscher Erstaufführung.

Insgesamt 103 Konzerte gibt das hr-Sinfonieorchester in der Saison 2018/19, davon 89 in Hessen: Neben den eigenen Konzertreihen in Frankfurt und den Konzerten beim Rheingau Musik Festival ist es auch bei den Kasseler Musiktagen, den Weilburger Schlosskonzerten, im Stadttheater Gießen und im Fuldaer Schlosstheater zu Gast. Sonderprojekte, Gastkonzerte und sieben Tourneekonzerte sowie insgesamt 24 Kammermusik-Projekte runden die umfangreiche Konzerttätigkeit ab. Die meisten Aufführungen werden von hr2-kultur live übertragen und über die European Broadcasting Union (EBU) auch international ausgestrahlt. Alle hr-Sinfoniekonzerte in der Alten Oper Frankfurt sind zusätzlich im Video-Livestream bzw. im Internet zu sehen. 

concert.arte.tv 

www.hr-sinfonieorchester.de