In Schwetzingen finden im kommenden Frühling wieder Festspiele mit weit gefächertem Programm statt. Bild: SWR/SSF/Matthias Wittig

In Schwetzingen finden im kommenden Frühling wieder Festspiele mit weit gefächertem Programm statt. Bild: SWR/SSF/Matthias Wittig

Allen Zeiten gemeinsam: Übergänge

Die Schwetzinger SWR Festspiele stehen im kommenden Jahr unter dem Motto "Übergänge"

und bieten vom 27. April bis 26. Mai insgesamt 57 Veranstaltungen. Los geht es mit einer Uraufführung.

Am 27. April 2018 eröffnen die Schwetzinger SWR Festspiele mit der Uraufführung der Musiktheaterproduktion "ARGO" ihre 67. Festspielsaison. Das Werk von José Maria Sánchez-Verdú (Musik) und Gerhard Falkner (Text) in der Regie von Sabrina Hölzer bringt den Mythos des Argonauten Butes auf die Bühne, der den Gesängen der Sirenen nicht widerstehen kann. Sein Sprung ins Meer ist ebenso Metapher für die Suche nach dem Unbekannten wie für den Übergang vom Leben zum Tod. Unter der musikalischen Leitung des Komponisten sind Jonathan de la Paz Zaens (Butes), Alin Deleanu (Orpheus), Brett Carter (Odysseus), Stefan Bootz (Jason) und Maren Schwier (Aphrodite), das SWR Symphonieorchester und der Chor des Staatstheaters Mainz zu erleben. Wesentlicher Bestandteil des musikalischen und szenischen Konzepts ist zudem die Live-Elektronik, die, gestaltet vom SWR Experimentalstudio, den Raum klanglich erweitern und die Hörer als auditive Schiffsreisende in Bewegung halten wird.

Weitere "Übergänge" werden im Liederabend von Christoph Prégardien "Zwischen Leben und Tod" ebenso thematisiert wie im Konzert "Krieg und Frieden" der Sopranistin Sarah Wegener, das Werke aus vier Jahrhunderten umfasst. Die Geigerin Antje Weithaas und ihr Orchester Camerata Bern bewegen sich mit der Musik von Bartók und Kodály zwischen Volks- und Kunstmusik und das kanadische Ensemble Constantinople führt Werke der italienischen Renaissance und des osmanischen Hofes auf, die Albert Bobowski, alias Ali Ufki im 17. Jahrhundert in einem Manuskript zusammengestellt hat. Den Epochenübergang von Johann Sebastian Bach zu seinen Söhnen spiegelt das Programm des Ensembles Les Passions de l´Ame mit Kristian Bezuidenhout am Cembalo wider.

Sechs Streichquartett-Matineen werden vom Minguet Quartett, dem Rolston String Quartet, dem Apollon Musagète Quartett, dem Belcea Quartet, dem Pavel Haas Quartett und dem Pacifica Quartet gestaltet. Die diesjährigen Residenzkünstlerinnen sind die Geigerin Antje Weithaas und die Cellistin Tanja Tetzlaff, die sich in mehreren Konzerten in unterschiedlichen Konstellationen präsentieren. In der Reihe "Grenzgänge" sind in der Orangerie in vier Konzerten Musiker zu erleben, die sich souverän und kreativ in unterschiedlichen musikalischen Welten bewegen. Auf den Spuren der berühmten Mannheimer Hofkapelle gibt es einen historischen Stadtspaziergang mit anschließendem Kammerkonzert im Palais Hirsch und die "Musik im Garten" erkundet bei freiem Eintritt den Bereich um den Apollo-Tempel im Schlossgarten.

Als neue Konzertspielorte sind neben dem Dom und der St. Joseph Kirche zu Speyer diesmal auch die zwei Schwetzinger Kirchen St. Maria und St. Pankratius mit dabei. An diesen vier Orten, allesamt mit besonders für Vokalensembles geeigneter Akustik, finden die Konzerte mit dem SWR Vokalensemble, den legendären King's Singers, dem belgischen Ensemble graindelavoix und dem britischen Tenebrae Choir statt.

Wie in den vergangenen Jahren gibt es wieder die Orchesterakademie mit dem SWR Symphonieorchester, die Schwetzinger Hofmusik-Akademie und diesmal sogar zwei ARD-Preisträgerkonzerte. Darüber hinaus zahlreiche Kammerkonzerte, Klavier- und Liederabende mit hochkarätigen Ensembles und Künstlern wie Dezsö Ránki, Dénes Várjon, dem GrauSchumacher Piano Duo oder Gil Shaham ebenso wie mit zahlreichen vielversprechenden Künstlern der jüngeren Generation, wie Bertrand Chamayou, Kiveli Dörken oder Tobias Feldmann.

Eine reizvolle Wiederentdeckung erwartet die Zuhörer mit Antonio Salieris Dramma giocoso "La Fiera di Venezia" mit dem Ensemble L'arte del mondo und einer hochkarätigen Solistenriege. Den Abschluss der Festspiele 2018 bildet Henry Purcells Semi-Opera "The Fairy Queen" mit der Akademie für Alte Musik und dem RIAS Kammerchor unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini.

Sämtliche Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in SWR2 gesendet, 13 davon voraussichtlich live. Drei Konzerte sowie die Eröffnungsproduktion sind zudem im Live-Videostream auf SWRClassic.de und ARTE.tv zu erleben. Die Schwetzinger SWR Festspiele werden seit 1952 im Auftrag des SWR, der Stadt Schwetzingen und des Landkreises Rhein-Neckar veranstaltet.