Hermann Max. Foto: www.hermann-max.de

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Alte Musik in Knechtsteden bei Neuss

Besonders die Bezüge, die Felix Mendelssohn auf J. S. Bach genommen hat, prägen die Programmatik der Konzerte in und um Kloster Knechtsteden bei Neuss im kommenden Spätsommer.

Mit J. S. Bachs h-Moll-Messe (20.9.) eröffnet die diesjährige Festivalsaison in Kloster Knechtsteden bei Neuss. Auch alle Proben hierfür mit der Rheinischen Kantorei und dem Ensemble Das Kleine Konzert unter Leitung von Hermann Max sind öffentlich. Das Chorkonzert Jesu meine Freude (21.9.), ebenfalls eine Eigenproduktion mit den Festivalensembles, widmet sich Bachs gleichnamiger Motette und ergründet in seiner Notensammlung die Wurzeln der Musikerdynastie. Kristian Bezuidenhout und Elina Albach kontrastieren Clavierconcerte (28.9.) von Bach und Mendelssohn auf Cembalo und Hammerklavier - darunter Bachs Wohltemperiertes Clavier, das schon in Konzertprogrammen des 19. Jahrhunderts Furore machte. Die Verbindung zwischen den beiden Musikern findet sich auch im moderierten Orgelkonzert mit After Work-Empfang (25.9.) in der Dormagener Christuskirche wieder. Das junge Duo Hesperi aus London verbindet Mendelssohns Bewunderung für Bachs kontrapunktisches Genie mit barocken Anklängen an seinen Sehnsuchtsort Schottland im Konzert From Counterpoint to Caledonia (26.9.). Ein Erweckungserlebnis für Mendelssohn ist sein Besuch der Sixtinischen Kapelle am Karfreitag 1831, wonach er das ergreifende Miserere Allegris nach Gehör niederschreibt. In der Gregorianischen Nacht (22.9.) wird seine Fassung der Komposition mit mittelalterlichen Passionsmusiken von Vox Werdensis zu hören sein. Die Basilika ist auch Schauplatz der Romanischen Nacht (23.9.), wenn das prominent besetzte Frauen-Vokalensemble Tiburtina aus Prag eine Brücke von der Gregorianik zur Diaphonia und frühen Mehrstimmigkeit der Notre-Dame Schule schlägt. Mendelssohns Paulus (29.9.) beschließt die Festivalwoche. Die traditionelle Landpartie in der Theaterscheune steht dieses Jahr unter dem Motto Ein Sommernachtstraum (22.9.). Countertenor Kai Wessel und die Oboenband MuFaFem entführen das Publikum in die zauberhafte Welt von Purcells Fairy Queen. Mit Lovesongs (27.9.) durchwandern Elena Harsányi, Konstantin Paganetti und Toni Ming Geiger in einem multimedialen Liederabend den romantischen Liedkosmos von Mendelssohn und Zeitgenossen. Vor allen Abendmusiken in der Basilika ist ein Bach-Menu nach historischer Vorlage beim benachbarten Klosterhof Knechtsteden buchbar.