Gennadi Roschdestwenski. Foto: Archiv

Gennadi Roschdestwenski. Foto: Archiv

Anti-Held der Sowjetunion

Er sei nicht der größte, aber der wichtigste russische Dirigent seiner Generation gewesen, stellt FONO FORUM Autor Volker Tarnow in seinem Nachruf auf Gennadi Roschdestwenski fest. Zu lesen im August-Heft.

Er riss das Publikum nicht von den Sitzen, sorgte aber für beste Unterhaltung auch diesseits des rein Musikalischen: stand betont gelassen neben dem Podest, schmunzelte wohlwollend, legte die Hand ans Ohr (ich höre nichts!), stützte grübelnd das Kinn in die Faust (was soll das bedeuten?) und blätterte permanent in der Partitur (wo war doch gleich diese Stelle?). 

Es gab zwei Komponisten, bei denen Roschdestwenski sehr ernst werden konnte. Der eine war Sergej Prokofjew, an dessen Totenlager er als junger Student vordringen konnte; Prokofjew war am gleichen Tag gestorben wie Stalin, ganz Moskau glich an jenem 5. März 1953 einem Irrenhaus, sämtliche Straßen waren gesperrt, und es gab nicht eine einzige Blume. Aber Roschdestwenski gelang es, dem bewunderten, vom sowjetischen System vernichteten Komponisten die letzte Ehre zu erweisen ...

Lesen Sie den kompletten Nachruf im August-Heft des FONO FORUM, ab 11. Juli im Fachhandel.