Einer der vielen Zweitplatzierten beim ARD-Musikwettbewerb. Kyeong Ham. Foto: ARD-Musikwettbewerb

Einer der vielen Zweitplatzierten beim ARD-Musikwettbewerb. Kyeong Ham. Foto: ARD-Musikwettbewerb

ARD-Musikwettbewerb geizt mit ersten Plätzen

Der diesjährige ARD-Musikwettbewerb wurde in den Fächern Violine, Klavier, Gitarre und Oboe ausgetragen. Insgesamt wurden ein erster, acht zweite sowie drei dritte Preise verliehen.

Beim Finale des ARD-Musikwettbewerbs im Fach Oboe im Münchner Herkulessaal wurde dreimal ein zweiter Preis vergeben. Diesen erhielten Thomas Hutchinson (24) aus Neuseeland, Kyeong Ham (24) aus Südkorea und Juliana Koch (29) aus Deutschland. Den Publikumspreis errang Juliana Koch, der Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition von Thierry Escaich geht an Thomas Hutchinson. Es wurden weder ein erster noch ein dritter Preis vergeben.

Oswald Beaujean und Meret Forster, künstlerische Leiter des ARD-Musikwettbewerbs:
„Wir haben in allen Kategorien einen wunderbaren Wettbewerb auf höchstem Niveau erlebt. Nach dem Bewerberrekord mit 640 Anmeldungen – so viel wie noch nie beim ARD-Musikwettbewerb – war damit auch fast zu rechnen. Ganz besonders freuen wir uns über das riesige Publikumsinteresse von den ersten Runden an.“

Im Fach Violine wurde kein erster Preis vergeben. Jeweils ein zweiter Preis ging an die Deutsche Sarah Christian (27), die zusätzlich den Publikumspreis erhielt, sowie an den Italiener Andrea Obiso (23). Er konnte sich auch über den Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition von Avner Dorman freuen. Mit einem dritten Preis wurde die Lettin Kristine Balanas (27) ausgezeichnet. Alle Kandidaten hatten im Finale Sergej Prokofjews Violinkonzert Nr. 1 gewählt.

Beim Finale im Fach Klavier errang JeungBeum Sohn (26) aus Südkorea mit Peter Tschaikowskys erstem Klavierkonzert den ersten Preis. Einen zweiten Preis sowie den Publikumspreis erhielt der Deutsche Fabian Müller (26), der sich im Finale für Beethovens drittes Klavierkonzert entschieden hatte. Mit einem dritten Preis wurde Wataru Hisasue (23) aus Japan ausgezeichnet, der auch die beste Interpretation des Auftragswerks von Pascal Dusapin geboten hatte.

Im Fach Gitarre vergab die Jury keinen ersten Preis. Junhong Kuang aus China, der mit 17 Jahren jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs, erhielt einen zweiten Preis sowie den Publikumspreis. Ebenfalls einen zweiten Preis erspielte sich der Italiener Davide Giovanni Tomasi (25). Der Australier Andrey Lebedev (26) bekam den dritten Preis zuerkannt sowie den Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition von Vito Zuraj. Alle Gitarristen präsentierten sich im Finale mit dem Concierto de Aranjuez von Joaquin Rodrigo.


Alle Preisträger in der Reihenfolge der Finale:

 

Violine             1. Preis: wurde nicht vergeben

                        2. Preis: Sarah Christian (27), Deutschland + Publikumspreis

                        2. Preis: Andrea Obiso (23), Italien

                        3. Preis: Kristine Balanas (27), Lettland

 

Klavier:            1. Preis: JeungBeum Sohn (26), Südkorea

                        2. Preis: Fabian Müller (26), Deutschland + Publikumspreis

                        3. Preis: Wataru Hisasue (23), Japan

 

Gitarre:            1. Preis: wurde nicht vergeben

                        2. Preis: Junhong Kuang (17), China + Publikumspreis

                        2. Preis: Davide Giovanni Tomasi (25), Italien

                        3. Preis: Andrey Lebedev (26), Australien

 

Oboe:              1. Preis: wurde nicht vergeben

                        2. Preis: Juliana Koch (29), Deutschland + Publikumspreis

                        2. Preis: Thomas Hutchinson (24), Neuseeland

                        2. Preis: Kyeong Ham (24), Südkorea

                        3. Preis: wurde nicht vergeben

 

Noch nie in der Geschichte des 1952 erstmals ausgetragenen Wettbewerbs gab es mehr Bewerbungen als in diesem Jahr. Insgesamt haben sich 640 Musikerinnen und Musiker aus 53 Ländern und vier Kontinenten beworben. 198 von ihnen wurden nach der anonymen Wertung eingesandter Tonaufnahmen nach München eingeladen.

Auch wegen der nachhaltigen Förderung der jungen Künstler, die nach dem Ende des Wettbewerbs Konzertengagements bei Festivals, Orchestern und den Konzertreihen der ARD-Hörfunkanstalten erhalten, zu CD-Aufnahmen eingeladen werden und sich beim Festival der ARD-Preisträger im darauffolgenden Jahr präsentieren können, zählt der Musikwettbewerb zu den wichtigsten Projekten der Kulturförderung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

In drei Konzerten präsentieren sich alle Preisträger noch einmal einem großen Publikum: am Mittwoch, 13. September im Prinzregententheater mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von David Reiland, am Donnerstag, 14. September im Prinzregententheater mit dem Münchener Kammerorchester sowie am Freitag, 15. September, in der Philharmonie im Gasteig mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das von Michael Francis geleitet wird.

Die ARD-Landesrundfunkanstalten berichten umfassend in Hörfunk, Fernsehen und online. BR-KLASSIK informiert mehrfach täglich mit aktuellen Informationen und mit Sondersendungen: Das junge Magazin U21 präsentiert am Tag nach dem letzten Finale die diesjährigen Preisträger und den Träger des U21-Sonderpreises, den Geiger Lorenz Chen (Montag, 11. September, 21.05 Uhr). Die große BR-Klassik-Abschlussreportage mit den Highlights des Wettbewerbs wird am Dienstag, 12. September, um 20.03 Uhr gesendet.

Am Sonntag, 10. September, wird im Kulturmagazin ttt der Beitrag „Marathon der Spitzentöne - Eindrücke vom 66. ARD-Musikwettbewerb“ ausgestrahlt (23.05 Uhr im Ersten). 3sat sendet am Samstag, 16. September, die Reportage „Glücksjäger mit dem Instrument - Eindrücke vom 66. ARD-Musikwettbewerb“ (23.05 Uhr), die am Dienstag, 3. Oktober, auch im BR Fernsehen zu sehen ist (10.00 Uhr).

Die drei Preisträgerkonzerte am 13., 14. und 15. September werden von BR-KLASSIK live im Radio und auf br-klassik.de sowie ard-musikwettbewerb.de als Video-Livestream übertragen (jeweils 20.00 Uhr). Das Preisträgerkonzert am 15. September mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wird auch von den ARD-Kulturwellen live gesendet.

Das BR Fernsehen zeichnet das letzte Abschlusskonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf und sendet es am Dienstag, 3. Oktober (10.30 Uhr).