Diana Tishchenko, eine Preisträgerin des Deutschen Musikinstrumentenfonds. Foto: DSM/David Ausserhofer

Diana Tishchenko, eine Preisträgerin des Deutschen Musikinstrumentenfonds. Foto: DSM/David Ausserhofer

Auch eine Stradivari wartet

Beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds können junge Streicher sich wieder um die Nutzung edler Instrumente bewerben.

Was haben Isabelle Faust, Viviane Hagner, Julia Fischer, Augustin Hadelich, Veronika Eberle und Nicolas Altstaedt gemeinsam? Sie alle waren einmal Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds und wurden mit der Leihgabe eines Spitzeninstruments gefördert.

Um auf den großen Podien der Welt, als Solist mit Orchester und im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, benötigen junge Begabungen ein passendes, klangstarkes Instrument. Da solche Spitzeninstrumente für die meisten Menschen unerschwinglich sind, wurde 1994 der 1. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds ausgerufen mit dem Ziel, Nachwuchsmusikern im Streicherfach das Spiel auf einem Spitzeninstrument zu ermöglichen.

Der Fonds und die Teilnehmerzahl ist seither von Jahr zu Jahr gewachsen. Pünktlich zum Silberjubiläum des Wettbewerbs wurde das 200. Instrument in den Fonds eingegeben – ein 300 Jahre altes Meistercello von Joseph Guarnerius. Wie mittlerweile der Großteil der Instrumente des Fonds, stammt auch dieses Cello aus Privatbesitz und wurde treuhänderisch in den Fonds eingegeben, weitere Instrumente stammen aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland oder konnten dank Spenden ihres Freundeskreises von der Deutschen Stiftung Musikleben erworben werden.

33 Instrumente aus den Werkstätten großer Namen wie Gagliano, Guarneri, Testore oder Vuillaume, aber auch ein frisch gebautes Auftragsinstrument des Freiburger Instrumentenbameisters Ersen Aycan können im Rahmen des 25. Wettbewerbs nun in neue Hände vergeben werden. Auch der Traum, einmal eine echte Stradivari spielen zu dürfen, wird für einen der 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland im Alter zwischen 12 und 28 Jahren wahr werden: Zur Vergabe steht eine Violine von Antonio Stradivari, Cremona 1703, aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

Eine fünfköpfige Fachjury, deren Vorsitz in diesem Jahr der renommierte Cellovirtuose und Solistenausbilder Prof. Wolfgang Boettcher (Berlin) übernommen hat, bewertet die Teilnehmer und entscheidet über die Vergabe der Instrumente, die zunächst für 1-2 Jahre den Preisträgern zur Verfügung gestellt werden, mit Option auf Verlängerung bis zum 30. Lebensjahr. Ihm zur Seite stehen die Professoren Latica Honda-Rosenberg (Violine, Berlin), Heime Müller (Violine, Lübeck), Volker Jacobsen (Viola, Hannover) und Troels Svane (Violoncello, Lübeck).

Die öffentlichen Wertungsspiele im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe am Steintorplatz in Hamburg (Fr. 9.30-18 Uhr, Sa. 9-18 Uhr, So. 9-12 Uhr, Einlass alle 20 Minuten, der Eintritt ist frei) geben mit virtuosen Werken Einblick in das hohe Niveau der Teilnehmer, die zum Spitzennachwuchs im Streicherfach zählen. Den Abschluss bildet das Preisträgerkonzert mit Übergabe der Instrumente an die Stipendiaten am Sonntag, dem 26. Februar 2017 um 18 Uhr in der Sammlung Beurmann, aufgrund des begrenzten Platzangebots nur für geladene Gäste. Das Konzert wird jedoch mitgeschnitten und am 23. April 2017 um 21.05 Uhr als „Konzertdokument der Woche“ im Deutschlandfunk gesendet.