Auch Manfred Eicher wieder nominiert

Die Recording Academy hat gestern die Nominierungen für die 60. Verleihung der Grammy Awards bekanntgegeben, von denen sieben das Label ECM und seine Künstler benennen. Die nominierten ECM-Produktionen stammen aus den Bereichen Jazz und der zeitgenössischen Musik.

Jeweils zwei Nominierungen erhielten der US-amerikanische Saxophonist Chris Potter und der armenische Komponist Tigran Mansurian. Grammy-Hoffnungen dürfen sich darüber hinaus auch der ungarische Komponist György Kurtág und sein britischer Kollege Gavin Bryars sowie ECM-Produzent Manfred Eicher machen.

Chris Potter ist mit "The Dreamer Is The Dream", auf dem er seine neues Quartett mit David Virelles, Joe Martin und Marcus Gilmore vorstellte, in der Sparte "Jazz Album of the Year" nominiert. Mit seinem Tenorsaxsolo in dem Stück "Ilimba", das von diesem Album stammt, hat er außerdem beste Chancen in der Kategorie "Best Improvised Jazz Solo" zu gewinnen.

Tigran Mansurians "Requiem", das dem Gedenken an die Opfer des Völkermords an den Armeniern gewidmet ist, erhielt Nominierungen als "Best Contemporary Classical Composition" und "Best Choral Performance". Eingespielt wurde das Werk für die ECM New Series vom Münchner Kammerorchester und dem RIAS-Chor Berlin.

In der Sparte "Best Choral Performance" wurde auch Gavin Bryars mit seinem Album "The Fifth Century" nominiert, für das er mit dem Chor The Crossing und dem Saxophonquartett PRISM Texte des metaphysischen Dichters Thomas Traherne vertonte. György Kurtágs 3-CD-Set "Sämtliche Werke für Ensemble und Chor", eingespielt vom Asko/Schönberg-Ensemble und dem niederländischen Rundfunkchor unter der Leitung von Reinbert de Leeuw, ist als "Best Classical Compendium" nominiert.

Bereits zum zwölften Mal wurde ECM-Labelchef Manfred Eicher für einen Grammy in der Kategorie "Classical Producer of the Year" nominiert. Diesmal winkt ihm die Auszeichnung, die er erstmals 2001 erhielt, für seine Produktionen von Tigran Mansurians "Requiem", Valentin Silvestrovs "Hieroglyphen der Nacht" (mit Anja Lechner und Agnès Vesterman), Momo Kodamas "Point and Line - Debussy and Hosokawa", Meredith Monks "On Behalf Of Nature" und "Rímur" vom Trio Mediæval mit Arve Henriksen.