Daniel Hope. Foto: R. Bailey Davidson

Daniel Hope. Foto: R. Bailey Davidson

Auf einen Ingwer-Tee beim Lord

Eine der faszinierendsten Musiker-Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wäre im April 100 Jahre alt geworden. Daniel Hope erinnert in seinem Konzert der Baden-Badener Pfingstfestspiele an Yehudi Menuhin und hat Werke ausgewählt, zu denen der Geiger eine besondere Beziehung hatte.

Daniel Hope und das Kammerorchesterbasel gastieren im Festspielhaus Baden-Baden am Dienstag, 17. Mai 2016, um 20 Uhr. Mit direktem Bezug zu Menuhin erklingen das Konzert für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach, Philip Glass‘ „Echorus“, Arvo Pärts „Darf ich…“ und Bechara El-Khourys „Unfinished Journey“. Außerdem spielt Daniel Hope Felix Mendelssohn Bartholdys Konzert für Violine und Orchester d-Moll, das Menhuin einst wiederentdeckte.

Wenn sie in Berlin nicht zusammen auf der Bühne standen, saßen Yehudi Menuhin (1916–1999) und Daniel Hope im Hotel Kempinski am Kurfürstendamm. „Das war Menuhins Zuhause in Berlin. Wie oft saßen wir da, und er trank seinen Ingwer-Tee“, erinnert sich der britische Violinist Daniel Hope an seinen Mentor und „musikalischen Großvater“.

Daniel Hope, seit mehr als 20 Jahren auf den Konzertpodien in aller Welt erfolgreich, ist bekannt für seine musikalische Vielseitigkeit und Kreativität sowie für sein humanitäres Engagement. Hope arbeitet mit großen internationalen Dirigenten und Orchestern zusammen, dirigiert viele Ensembles von der Geige aus und gastiert zudem bei internationalen Festspielen.

„Musik schafft Ordnung aus dem Chaos: Denn der Rhythmus bringt das Auseinanderstrebende zur Einmütigkeit, die Melodie setzt das Zusammenhanglose in Zusammenhang, und die Harmonie macht das Unverträgliche verträglich.“ Getreu diesem Ausspruch Yehudi Menuhins vertraut auch Daniel Hope auf die universell verständliche Sprache der Musik, die Gegensätze vereinen kann.

Bachs Konzert für zwei Violinen, das zu Beginn des Konzertes erklingt, haben beide Künstler, Hope und Menuhin, einst gemeinsam aufgeführt. Die drei kurzen Werke, die den zweiten Teil des Konzertes eröffnen, wurden Yehudi Menuhin von den Komponisten gewidmet: Bechara El-Khourys „Unfinished Journey“, Glass‘ „Echorus“  und Pärts „Darf ich …“. 

Das Werk „Unfinished Journey“ des franko-libanesischen Komponisten Bechara El-Khoury wird als zur Musik gewordene Autobiographie des Komponisten verstanden. Der Komponist schrieb das Stück extra für Daniel Hope, der es 2009 anlässlich des 10. Todestages von Yehudi Menuhin uraufführte. Als Abschluss des Abends wird Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert in d-Moll erklingen, welches Menuhin wiederentdeckte.