Gotthold Schwarz und Ensemble bei der Eröffnung des Bachfestes in Leipzig 2017. Foto: Bachfest Leipzig/Jens Schlüter

Gotthold Schwarz und Ensemble bei der Eröffnung des Bachfestes in Leipzig 2017. Foto: Bachfest Leipzig/Jens Schlüter

Bachfest mit weitem Horizont

Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation bildet beim Bachfest Leipzig 2017 das Motto »ein schön new Lied« – Musik und Reformation das Zentrum des umfangreichen Konzert- und Veranstaltungsprogramms.

Martin Luther stellte die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und ließ seine Lieder Eingang in den Gottesdienst finden. Beim Bachfest Leipzig erklingen nun »schöne newe Lieder« aus vier Jahrhunderten an den Leipziger Originalschauplätzen, darunter Werke von Bachs Vorgängern, Zeitgenossen und Nachfolgern bis hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy. Vom 9. bis 18. Juni finden 120 Veranstaltungen statt, viele davon an historischen Bach-Stätten wie der Thomas- und der Nikolaikirche Leipzig.

Über den Konfessionsgrenzen schwebt auch die Oper. Sie wurde als Gattung maßgeblich von Claudio Monteverdi definiert, dem zentralen Innovator der abendländischen Musik, dessen Geburtstag sich 2017 zum 450. Mal jährt. Sein »Orfeo« und die Erstaufführung der neuentdeckten ältesten erhaltenen deutschen Oper, »Pastorello musicale« von Johann Sebastiani, werden das Bachfest deshalb ebenfalls bereichern.

Internationale Gäste des Bachfestes Leipzig 2017 sind unter anderem Jordi Savall, La Capella Reial de Catalunya und Le Concert des Nations, Sir András Schiff, Eduardo López Banzo, Vozes del Ayre und Al Ayre Español, Concerto Melante, Joanne Lunn, Fredrik Malmberg und das Drottningholm Baroque Ensemble, Raphaël Pichon und das Ensemble Pygmalion, Hermann Max, Rheinische Kantorei und das Kleine Konzert sowie der Eric Ericson Chamber Choir.

Der Präsident des Bach-Archivs Leipzig, Sir John Eliot Gardiner, gastiert im Bachfest Leipzig 2017 an zwei Folgeabenden im Gewandhaus zu Leipzig. Am 10. Juni interpretiert er mit dem Monteverdi Choir und dem Gewandhausorchester unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssinfonie (op. 107, MWV N 15), am 11. Juni sind Gardiner, der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists mit Reformationskantaten von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach in Leipzigs Konzerthaus zu erleben.

Die Johannes-Passion erklingt in dieser Saison in der Interpretation des Thomanerchors Leipzig und des Freiburger Barockorchesters, die Leitung hat Thomaskantor Gotthold Schwarz. Der Dresdner Kammerchor und das Gewandhausorchester Leipzig gestalten unter der Leitung von Herbert Blomstedt die das Festival beschließende Messe in h-Moll (BWV 232) in der Thomaskirche.

Wissenschaftler des Bach-Archivs Leipzig und Gastreferenten begleiten das Festival mit Vorträgen und Konzerteinführungen zum Themenkreis Luther, Bach und Monteverdi. Erstmals werden die Konzertführungen auch parallel in englischer Sprache angeboten. Eine während des Festivalzeitraums gezeigte Kabinettausstellung im Bach-Museum Leipzig thematisiert »Glaubenswelten« in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Leipzig und geht Berührungspunkten Johann Sebastian Bachs mit unterschiedlichen Konfessionen nach.

Mit dem Bachfest ehrt die Stadt Leipzig jährlich im Juni den bedeutenden Thomaskantor Johann Sebastian Bach. Sie folgt damit einer Tradition der Bachpflege, die bereits durch Felix Mendelssohn Bartholdy begründet wurde. Privater Hauptförderer des Musikfestes ist die Sparkasse Leipzig.

www.bachfestleipzig.de