Die Tristan-Inszenierung der Staatsoper Berlin von Harry Kupfer war zu Gast in Buenos Aires. Foto: Monika Rittershaus

Die Tristan-Inszenierung der Staatsoper Berlin von Harry Kupfer war zu Gast in Buenos Aires. Foto: Monika Rittershaus

Barenboim in seiner Heimat

Mit einer ausverkauften Vorstellung von Richard Wagners Tristan und Isolde im traditionsreichen Teatro Colón endet das erfolgreiche Opern- und Konzertgastspiel der Staatsoper Unter den Linden und der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim in Buenos Aires.

Insgesamt zogen die ausverkauften Opernvorstellungen und Konzerte im Teatro Colón und im Centro Cultural Kirchner (CCK) über 20.000 Besucherinnen und Besucher an. Mehr als 10.000 Menschen kamen außerdem zum kostenlosen Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim auf der Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón. Die Vorstellungen des Tristan in der Inszenierung von Harry Kupfer, die im Jahr 2000 Premiere an der Staatsoper feierte und auch während der Zeit im Schiller Theater zu sehen war, wurden mit stehenden Ovationen vom argentinischen Publikum bedacht und von der Presse gefeiert. Die Titelpartien sangen Peter Seiffert sowie Anja Kampe und Iréne Theorin. Zum weiteren Ensemble gehörten Angela Denoke (Brangäne), Boaz Daniel (Kurwenal), Kwangchul Youn (König Marke), Gustavo López Manzitti (Melot), Adam Kutny (Ein Steuermann) und Florian Hoffmann (Stimme eines jungen Seemanns/Ein Hirt). Darüber hinaus sang der Chor des Teatro Colón.

Im Rahmen dieser Tournee dirigierte Daniel Barenboim erstmals in seiner Heimatstadt Buenos Aires eine Oper. Die argentinische Tageszeitung La Nación schrieb unter der Überschrift »Die Glorie Barenboims im Colón« über diesen historischen Moment: »Ein unvergessliches ästhetisches Erlebnis.« Barenboim verstehe wie niemand, die Geheimnisse der wagnerischen Kunst zu entziffern. Dies sei auch nur mit der Staatskapelle Berlin erreichbar. Während seines Aufenthalts in Buenos Aires wurde Daniel Barenboim außerdem vom argentinischen Parlament für seinen Einsatz für die demokratischen und republikanischen Werte mit der »Mención de Honor Diputado Nacional Dr. Juan Bautista Alberdi« geehrt – überreicht von Argentiniens Vizepräsidentin Gabriela Michetti und Kulturminister Pablo Avelluto.

Daniel Barenboim: »Diese Gastspielreise nach Buenos Aires war etwas ganz Besonderes für mich! Schon als Kind habe ich Wilhelm Furtwängler im Colón erlebt und jetzt habe ich mit 75 Jahren selbst mein Debüt als Operndirigent in meiner Heimatstadt, in diesem wunderbaren Theater, zusammen mit der Staatskapelle Berlin und einem tollen Sängerensemble gegeben. Im Teatro Colón Tristan und Isolde zu dirigieren war ein bewegender Moment – die Akustik ist einzigartig, der Klang ist wie Samt. Auch die fünf Sinfoniekonzerte im 2015 eröffneten CCK, mit dem Buenos Aires einen exzellenten Konzertsaal gewonnen hat, waren eine große Freude. Ich bin wirklich sehr glücklich über diese Tournee und darüber, dass dieses besondere Gastspiel realisiert werden konnte.« 

Neben den Opernvorstellungen standen im Rahmen des Gastspiels auch sechs Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Berlin, dirigiert von Daniel Barenboim, im ausverkauften CCK sowie unter freiem Himmel auf dem Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón auf dem Programm. Gespielt wurde zwei Mal der komplette Brahms-Zyklus sowie »Images pour orchestre« von Claude Debussy und »Le Sacre de printemps« von Igor Strawinsky. Beim Open-Air-Konzert gaben die Staatskapelle Berlin und ihr Chefdirigent die Ouvertüre zu Rossinis »Il barbiere di Siviglia«, den 3. Satz aus der 3. Sinfonie von Brahms sowie den 4. Satz aus seiner Sinfonie Nr. 4 und als Zugabe die Polonaise aus »Eugen Onegin« von Tschaikowsky.

Die Konzerte sowie die zweite Vorstellung von Tristan und Isolde wurden aufgezeichnet und live im Internet gestreamt. Die Opernvorstellung wurde darüber hinaus im Radio de la Ciudad live übertragen. Die Konzerte wurden live im Argentinischen Fernsehen gesendet. Eine Aufnahme des Brahms-Zyklus', gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, erscheint im Sommer (24. August) als CD bei der Deutschen Grammophon und ist auf digitalen Musikplattformen bereits jetzt zu hören.