Magal Saar macht mit beim Monteverdi-Projekt. Foto: Wilfried Hösl

Magal Saar macht mit beim Monteverdi-Projekt. Foto: Wilfried Hösl

Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden

Die ersten Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden bringen die Premiere von Hippolyte et Aricie, die Neuproduktion A Monteverdi Project sowie zwei Wiederaufnahmen, zehn Konzerte und einige Sonderveranstaltungen.

Am 23. November beginnen die Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden. Das Festival wurde mit der Intendanz von Matthias Schulz eingeführt und findet in diesem Jahr bis zum 2. Dezember erstmals statt. Mit Claudio Monteverdi und Jean-Philippe Rameau stehen zwei Komponisten im Zentrum, die für Beginn und Ausklang des Barockzeitalters stehen und die der Musik ihrer Zeit jeweils entscheidende Impulse gegeben haben.

Die Barocktage finden parallel zur Tournee von Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin statt, die in dieser Zeit  am National Centre for the Performing Arts in Peking und am Sydney Opera House gastieren. Auf dem Programm der Konzertreise steht u.a. der Brahms-Zyklus.

Herzstück der Barocktage ist die Premiere von Hippolyte et Aricie am 25. November. Erstmals kommt damit an der Staatsoper Unter den Linden ein Werk von Jean-Philippe Rameau auf die Bühne – dirigiert von Simon Rattle, der sein Debüt mit dem Freiburger Barockorchester gibt. Als Bühnen- und Kostümbildner sowie Lichtgestalter konnte Ólafur Elíasson gewonnen werden. Er entwickelt gemeinsam mit Regisseurin und Choreographin Aletta Collins ein übergreifendes Konzept, das Licht, Kostüm und Raum neu denkt. Die Hauptrollen übernehmen Anna Prohaska, Magdalena Kožená, Reinoud Van Mechelen, Gyula Orendt und Elsa Dreisig.

Bereits am 18. November wird im Apollosaal A Monteverdi Project , eine Tanz-/Theaterperformance der israelischen Regisseurin und Choreographin Saar Magal nach Musik von Claudio Monteverdi, uraufgeführt (weitere Vorstellungen bis 30. November). Mit dieser Produktion wird ein Bogen geschlagen zwischen den Barocktagen und dem neuen Format Linden 21, das alle jene Produktionen und Projekte des Spielplans umfasst, die abseits der Konventionen nach neuen Aufführungs- und Rezeptionsformen des zeitgenössischen Musiktheaters suchen.

Als Wiederaufnahmen sind im Rahmen der Barocktage zwei Musiktheaterwerke von Claudio Monteverdi zu erleben: l'incoronazione di Poppea, inszeniert von Eva-Maria Höckmayr und unter der musikalischen Leitung von Diego Fasolis (ab 24. November) sowie L'Orfeo in der Regie von Sasha Waltz, dirigiert von Leonardo García Alarcón (bereits ab 17. November). Die zehn Konzerte im Rahmen der Barocktage umfassen Auftritte einer Reihe von herausragenden Orchestern und Ensembles wie der Akademie für Alte Musik, Voces Suaves, Les Musiciens du Louvre unter der Leitung von Marc Minkowski, Les Talens Lyrique, dirigiert von Christophe Rousset, La Capella Reial de Catalunya und Le Concert des Nations unter der Leitung von Jordi Savall und Auftritte von renommierten Solisten wie Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovsky, Alexandre Tharaud und Ambroisine Bré.

Neben Werken von Claudio Monteverdi, Jean-Philippe Rameau und deren Zeitgenossen erklingt u. a. auch Musik von Beat Furrer, sowie Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy. Außerdem wird es ein Kinderkonzert geben. Als Spielstätten dienen neben dem Großen Saal der Staatsoper Unter den Linden und dem Apollosaal auch der Alte Orchesterprobensaal und der Pierre Boulez Saal.

Zum Auftakt der Barocktage findet am 23. November ein Roundtable im Apollosaal statt. Begleitend zu dem musikalischen Programm der Barocktage finden in diesem Zeitraum täglich Führungen durch die Staatsoper Unter den Linden mit einem Schwerpunkt auf die Geschichte des Hauses im 18. Jahrhundert statt sowie Stadtspaziergänge durch die historische Mitte Berlins rund um das Opernhaus, konzipiert und durchgeführt von den Dramaturgen der Staatsoper.  

www.staatsoper-berlin.de