Bonns GMD Dirk Kaftan. Foto: Thilo Beu

Bonns GMD Dirk Kaftan. Foto: Thilo Beu

Beethoven Orchester Bonn

Zum großen Beethoven-Jubiläum 2020 wird die Bonner Konzerthalle zwar nicht fertig, dafür aber wird die Sanierung der Beethovenhalle vielleicht noch die 100 Millionen-Euro-Grenze knacken. Das Bonner Orchester kommt dennoch gut beim Publikum an.

Mit viel Schwung startet Bonns Generalmusikdirektor Dirk Kaftan in seine zweite Saison mit dem Beethoven Orchester Bonn. Neben Weltstars wie z. B. Alexandre Tharaud, Sergei Nakariakov, Katja Riemann und Albrecht Mayer beherrschen drei große Themen das Programm der kommenden Saison: Die menschliche Stimme, die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren und sinfonisch groß besetzte Werke der Orchesterliteratur.

Die Stimme zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Unter anderem stehen Giuseppe Verdis Messa da Requiem (9.11.), Lieder von Giacomo Puccini (10.10.) und Gustav Mahler (7.7.2019) – sowie, als Besonderheit, Konzerte, in denen sich ein Sprecher dem Orchester zugesellt, u. a. in Schönbergs beklemmendem Ein Überlebender aus Warschau (19.4.) auf dem Spielplan. Hier ist Ben Becker als Rezitator zu erleben.

Hundert Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges werden in mehreren Konzerten verschiedene Gesichtspunkte dieses Ereignisses beleuchtet. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Erinnerung an die erste Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie in Japan. Orchester und Chor des Kriegsgefangenenlagers im japanischen Bandō führten am 1.6.1918 dieses monumentale Werk auf. Gemeinsam mit der Tokyo Oratorio Society erklingt die Sinfonie in der diesjährigen Beethoven-Nacht (16.12.) im Bonner Opernhaus als Mahnung für den Frieden.

Ein Jahr bevor Ludwig van Beethoven in den Mittelpunkt rückt, widmen sich Bonns GMD und sein Orchester groß besetzter Orchesterliteratur: Werke wie Richard Strauss' Ein Heldenleben (11.1.), Gustav Holsts Planeten (22.3.) oder Béla Bartóks Der wunderbare Mandarin werden in Bonn auf die Bühne gebracht. An den neu gestalteten und den etablierten Konzertreihen hält Dirk Kaftan fest: In zahlreichen Konzerten begegnet man Stars wie Albrecht Mayer (30.9.), der kölschen Mundartband Brings (18.11.) und Katja Riemann (13.1.).

Kaftans Bestrebungen, mit dem Beethoven Orchester Bonn und seinen Programmen alle Menschen der Beethoven-Stadt zu erreichen, zeigt sich auch im profilierten Angebot für junge Leute, das von Sitzkissenkonzerten über Kinder- und Familienkonzerte, das Jugend-Projekt b+ bis zu vielfältigen Vermittlungsangeboten reicht. „Musikvermittlung hat für mich einen sehr hohen Stellenwert", so Kaftan: „Ich möchte mich mit unseren Musikern, unseren Gästen und unserem Publikum gemeinsam fragen, was Musik mit uns und mit mir macht, was durch Musik bewegt wird. „Kurz vor dem Ende meiner ersten Saison als GMD in Bonn, möchte ich mich bei allen Besucherinnen und Besuchern bedanken! Ihr Beifall und ihr Zuspruch haben mir, und ich denke auch dem Orchester, enormen Rückenwind gegeben. Im Rückblick erzeugen das Antrittskonzert auf Pützchens Markt, die große Reformationsgala, das BaseCamp und viele andere, musikalische und nichtmusikalische Augenblicke, bei mir Gänsehautmomente. Mein Dank gebührt allerdings ebenso den Orchestermusikerinnen und -musikern, die mich mit offenen Armen empfangen haben. Ein wunderbares Orchester für Bonn und die ganze Region: in Oper und Konzert," sagte Dirk Kaftan am Rande der Pressekonferenz zur Saisonvorstellung. Mit ca. 38.000 Konzertbesuchern (Stand 30.5.2018) hat Dirk Kaftan in seiner ersten Saison eine beeindruckende Besucherzahl erreicht.