Philippe Herreweghe. Bild: Theater und Philharmonie Essen

Philippe Herreweghe. Bild: Theater und Philharmonie Essen

Beethovenzyklus mit Philippe Herreweghe

Das Orchestre des Champs-Élysées und sein flämischer Gründungsdirigent starten am kommenden Sonntag an der Philharmonie Essen ihre Reihe mit Beethoven-Konzerten.

 

 

Im Rahmen seiner Künstler-Residenz an der Philharmonie Essen gestaltet Philippe Herreweghe mit dem Orchestre des Champs-Élysées einen Beethoven-Zyklus, bei dem über zwei Spielzeiten alle neun Sinfonien sowie das Violinkonzert zur Aufführung kommen werden. Zum Auftakt der Reihe dirigiert der Belgier am Sonntag, 6. Dezember 2015, um 17 Uhr die ersten drei Sinfonien des Komponisten. Höhepunkt ist hierbei die Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55: „… komponiert um das Andenken eines großen Mannes zu feiern“, so betitelte Ludwig van Beethoven die „Eroica“, die Heroische. Gemeint war Napoleon, von dem halb Europa hoffte, dass freiheitliche Ideen vom revolutionären Frankreich nach ganz Europa dringen würden. Die Realität der Kriege machte diese Hoffnung bald zunichte. Doch Beethovens Sinfonik ist Ausdruck einer Haltung, die Grenzen überwindet. Die Musik wird zur Sprache eines selbstbestimmten Bürgertums in einer freiheitlichen Zivilgesellschaft.

Der aus dem belgischen Gent stammende Philippe Herreweghe zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und gehört zu den wichtigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. 1970 gründete er das Collegium Vocale Gent, das er seitdem leitet. Das Orchestre des Champs-Élysées wurde 1991 ebenfalls von Herreweghe selbst ins Leben gerufen, zur Interpretation des romantischen und vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. Außerdem ist er ein sehr gefragter Gastdirigent bei Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Leipziger Gewandhausorchester oder dem Mahler Chamber Orchestra.