Christian Gerhaher. Foto: Sony/Gregor Hohenberg

Christian Gerhaher. Foto: Sony/Gregor Hohenberg

Beste Kammermusik in Neuss

Kammermusikalische Juwelen auf höchstem Niveau, dargeboten von renommierten Künstlern und jungen Stars am Anfang ihrer Laufbahn: Das ist das Konzept der Zeughaus-Konzerte in Neuss.

Die 69. Saison beginnt am 7. September mit Franz Schuberts Schwanengesang, den der Bayerische Kammersänger Christian Gerhaher, einer der gefragtesten deutschen Liedsänger unserer Zeit, mit seinem Klavierbegleiter Gerold Huber zu einem lange nachklingenden Erlebnis machen wird. Am 11. Oktober folgt der nächste Höhepunkt, wenn der Countertenor Valer Sabadus und das Ensemble Concerto Köln unter dem Motto Caro Gemello die enge, quasi zwillingshafte Beziehung zwischen dem einflussreichen Librettisten Pietro Metasasio (1698-1782) und dem gefeierten Kastratensänger Farinelli (1704-1782) in betörenden Farben ausleuchten.

Zu den außergewöhnlichen Abenden zählt die musikalische Lesung mit dem prominenten Schauspieler Dominique Horwitz und dem exzellenten Signum Quartett; großen Klang und Instrumentalgesang bietet das seit vielen Jahren etablierte Klavierduo GrauSchumacher unter dem Motto »Vorspiel und Isoldes Liebestod«; und der Besondere Abend widmet sich der Musette pour Bretelles (man könnte sagen: »Dudelsack mit Hosenträgern«), die zum Tanzvergnügen in die französischen Gartencafés einlud. Es spielen der Akkordeonist Félicien Brut, das Quatuor Hermès und der Kontrabassist Édouard Macarez.

Les Vents Français nennt sich das Bläserensemble des Starflötisten Emmanuel Pahud, der mit dem Klarinettisten Paul Meyer, dem Fagottisten Gilbert Audin und dem Hornisten Radovan Vlatkovic drei hochkarätige Mitspieler um sich versammelt hat. Gemeinsam mit dem französischen Pianisten Eric Le Sage begibt sich das virtuose Quartett zu Beginn des neuen Jahres im Zeughaus auf eine romantische Reise von St. Petersburg nach Paris und von Wien nach London.

Das Jerusalem Quartet spielt mit der bekannten Klarinettistin Sharon Kam das herbstlich schöne, verklärte Klarinettenquintett h-moll op. 115 von Brahms, das Quatuor Ébène ist mit Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven zu hören; und Amihai Grosz, der erste Solobratscher der Berliner Philharmoniker, widmet sich mit dem Pianisten Matan Porat Sonaten von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Dimitrij Schostakowitsch. Den Schlusspunkt hinter eine faszinierend vielschichtige Saison setzt am 5. April ein Auftakt: das Neusser Debüt des Skride Quartetts, das die Geigerin Baiba Skride und ihre Schwester, die Pianistin Lauma Skride, mit der Bratschistin Lise Berthaud und der Cellistin Harriet Krijgh gegründet haben. Das auf allen Positionen glänzend besetzte »All-Star-Ensemble« pflegt die Gattung des Klavierquartetts, und das aus voller Überzeugung, wie sie an den Beispielen Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss demonstrieren werden.

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