Wim Wenders debütiert als Opernregisseur in der Staatsoper im Schillertheater. Foto: Thomas Bartila

Wim Wenders debütiert als Opernregisseur in der Staatsoper im Schillertheater. Foto: Thomas Bartila

Bildersucher geht unter die Perlenfischer

Der Bariton Wolfgang Schöne (77) ist mit von der Partie, wenn Wim Wenders sein Operndebüt gibt. Barenboim dirigiert. Olga Peretyatko singt die weibliche Hauptrolle.

Am 24. Juni wird Wim Wenders mit einer Inszenierung von Georges Bizets »Les pêcheurs de perles« sein Opernregiedebüt geben. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin und des Staatsopernchors übernimmt Daniel Barenboim. Als Solisten sind Olga Peretyatko-Mariotti als Leïla, Francesco Demuro als Nadir, Gyula Orendt als Zurga und Wolfgang Schöne als Nourabad zu erleben.

Wim Wenders zählt zu den einflussreichsten deutschen Filmregisseuren der Gegenwart. Mit Filmen wie »Paris, Texas«, »Der Himmel über Berlin«, »Buena Vista Social Club« und »Pina« hat sich Wim Wenders auch international einen Namen gemacht und wurde für sein Schaffen vielfach ausgezeichnet. 2015 war er mit dem Dokumentarfilm »Das Salz der Erde« zum dritten Mal für einen Oscar nominiert. Aktuell arbeitet Wim Wenders an der Fertigstellung seines nächsten Spielfilmes »Submergence« mit Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander und James McAvoy in den Hauptrollen.

Die 1863 uraufgeführte Oper »Les pêcheurs de perles« von Georges Bizet steht in der Rezeptionsgeschichte im Schatten seines deutlich erfolgreicheren Werks »Carmen« und wird nicht allzu häufig  gespielt. In der auf Ceylon (Sri Lanka) spielenden Handlung geht es um zwei Freunde, Nadir und Zurga, die in dieselbe Frau, die junge Priesterin Leïla, verliebt waren. Um ihre Freundschaft nicht zu gefährden, haben beide geschworen, der Liebe zu ihr für immer zu entsagen. Als Leïla nach vielen Jahren wieder auftaucht, flammen die alten Gefühle wieder auf und der Schwur der Freunde steht auf dem Spiel.

Wenders: »Ich wollte mich für meine erste Operninszenierung an etwas machen, was nicht schon oft zu sehen war, und was auch alle anderen Beteiligten noch nicht dirigiert, gespielt oder gesungen hätten. Daniel Barenboim war so großzügig, mir meinen Wunsch zu gestatten, daß das die ʽPerlenfischerʼ sein können. Eine unglaublich schöne Musik, finde ich, die der 25jährige Bizet da für seine erste Oper geschrieben hat, und wegen seiner vermeintlich exotischen Geschichte zu Unrecht oft übersehen. «

Die russische Sopranistin Olga Peretyatko-Mariotti gibt an der Berliner Staatsoper ihr Rollendebüt als Leïla. Zuvor sang sie am Haus bereits mit großem Erfolg u.a. die Partie der Marfa in Rimsky-Korsakows »Die Zarenbraut«, der Eröffnungspremiere der Saison 2013/2014. Am heutigen Freitag, 9. Juni erscheint ihr nächstes Soloalbum »Russian Light« mit selten zu hörenden Arien aus Opern russischer Komponisten. Die Rolle des Nadir übernimmt Francesco Demuro, den diverse Engagements u. a. an das Teatro alla Scala in Mailand, in die Arena di Verona, an die Wiener Staatsoper, die Oper Frankfurt, die Metropolitan Opera New York, die Suntory Hall in Tokyo und an das Royal Opera House führten. In der kommenden Spielzeit wird Francesco Demuro zu den FESTTAGEN als Fenton in Verdis »Falstaff« an die Staatsoper Unter den Linden zurückkehren. Als Zurga ist Ensemblemitglied Gyula Orendt zu erleben, den Nourabad singt der Bass Wolfgang Schöne, der zuletzt in der Neuproduktion von Martinůs »Juliette« an der Staatsoper aufgetreten ist.