(Fast) wie früher: Brahms, vom Mikro (fast) direkt auf die Platte. Foto: Monika Rittershaus

(Fast) wie früher: Brahms, vom Mikro (fast) direkt auf die Platte. Foto: Monika Rittershaus

Brahms Eins bis Vier: 499 Euro

In einer Auflage von 1833 Stück (Brahms Geburtsjahr) bringen die Berliner Philharmoniker eine Sonder-Edition der vier Brahms-Symphonien auf den Markt - mit einer Technik aufgenommen, die im Allgemeinen seit 70 Jahren kaum noch angewendet wird.

"Direct to Disc": Dieser Begriff steht laut der Presseabteilung der Berliner Philharmoniker für das Nonplusultra analoger Aufnahmequalität. Ohne jeden Umweg und ohne jede Nachbearbeitung wird im Moment einer Aufführung der Ton direkt in eine Master-Folie geschnitten – die Basis für eine Vinyl-Veröffentlichung von einzigartiger klanglicher Authentizität, heißt es aus Berlin.

Dieses aufwändige, durchgehend analoge Verfahren komme im heutigen digitalen Zeitalter kaum mehr zur Anwendung. Jetzt sei es zum ersten Mal seit 70 Jahren wieder genutzt worden, um eine Interpretation der Berliner Philharmoniker zu dokumentieren.

Auf dem Programm standen die Symphonien von Johannes Brahms, dirigiert von Sir Simon Rattle. Eine weitere Besonderheit war die puristische Aufzeichnung mit nur einem Stereo-Mikrophonpaar. Damit konnte ein Klangbild erzielt werden, das der originalen Akustik der Philharmonie außerordentlich nahekommt. Das Ergebnis liegt in einer - natürlich exklusiven und limitierten - Vinyl-Edition vor.

Der Brahms-Zyklus im "Direct-to-Disc"-Verfahren erscheint ausschließlich in der Vinyl-Edition von Berliner Philharmoniker Recordings und auf keinem digitalen Medium. Entsprechend dem Geburtsjahr von Johannes Brahms ist sie auf weltweit 1833 Exemplare limitiert. Die hochwertig gefertigte, mit umfangreichem Begleitbuch ausgestattete Edition verkörpere einen Meilenstein in der reichen Mediengeschichte der Berliner Philharmoniker. Und das hat natürlich seinen Preis: 499 Euro (zuzüglich Versand).

Sir Simon Rattle kommentiert das so: "Im Vinyl-Direktschnitt aufzunehmen war gleichermaßen lohnend wie anstrengend. Eine Erfahrung, von der meine viel älteren Kollegen erzählten, wenn sie 78er Schallplatten einspielten. Die Verwendung nur eines Mikrophonpaares ergab das ehrlichste Klangbild unseres Orchesters, das ich jemals gehört habe. Die „Jetzt oder Nie“-Situation zu wissen, dass die einzige Korrektur, die man machen kann, eine weitere komplette Aufführung bedeuten würde, rief bei allen Beteiligten eine leidenschaftliche Konzentration hervor, die in der Aufnahme greifbar wird. Möglicherweise hatten wir alle nach dieser Erfahrung ein paar neue graue Haare – aber das war es absolut wert!"