Die drei Preisträger Vincent Neeb, Anna Ulaieva und Adela Liculescu (v.l.n.r.), umgeben von Jacob Leuschner (links davon) und Mitveranstalter Dr. Ingbert Blüthner-Haessler, (weiter rechts) Jurymitglieder Andreas Boyde, Alfredo Perl, Christopher Oakden u

Die drei Preisträger Vincent Neeb, Anna Ulaieva und Adela Liculescu (v.l.n.r.), umgeben von Jacob Leuschner (links davon) und Mitveranstalter Dr. Ingbert Blüthner-Haessler, (weiter rechts) Jurymitglieder Andreas Boyde, Alfredo Perl, Christopher Oakden und Catherine Vickers © HfM Detmold/Plettenberg

Brahms Monate in Detmold

Die Gewinner des Brahms-Klavierwettbewerbs Detmold stehen fest: Adela Liculescu (Wien) und Anna Ulaieva (Graz) teilen sich den 1. Preis, der Münchner Pianist Vincent Neeb (19) ist Dritter – alle drei Finalisten erhalten attraktive Folgeengagements.

Die ersten Gewinner des neu gegründeten Brahms-Klavierwettbewerbs Detmold sehen fest: Die Jury der Finalrunde, bestehend aus den Hochschulprofessoren Catherine Vickers (Frankfurt), Christopher Oakden (Hannover), Alfredo Perl (Detmold), Jacob Leuschner (Detmold) sowie Andreas Boyde (London), kamen zu dem Entschluss, zwei erste Preise zu vergeben. Diese gingen an die rumänische Pianistin Adela Liculescu (24) sowie an die Ukrainerin Anna Ulaieva (32). Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben. Der dritte Preis ging an den jungen Münchner Pianisten Vincent Neeb (19). Ferner wurde ein vom LIONS-Club Leipzig Cosmopolitan gestifteter Sonderpreis für die beste Brahms-Interpretation im Finale in Höhe von 2.500 Euro, verbunden mit einem Konzert in Leipzig, an Anna Ulaieva vergeben.

Neben den Preisgeldern in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, die allesamt die Alfred-Reinhold-Stiftung mit ihrem Vorstand Dr. Ingbert Blüthner-Haessler ermöglicht hat, wurden zahlreiche Anschlussengagements für die Preisträger in Aussicht gestellt: Adela Liculescu wird mit dem ECHO-Klassikpreis-nominierten Detmolder Kammerorchester 2018 im historischen Kaisersaal in Schloss Corvey auftreten. Anna Ulaieva gastiert erstmalig in Europas ältestem freistehenden Konzertsaal – der Bagno-Konzertgalerie Steinfurt. Vincent Neeb darf sich über einen Solo-Abend im Festsaal von Schloss Moritzburg in Detmolds Partnerstadt Zeitz freuen.

Auch die Alfred-Reinhold-Stiftung sowie das Konzertsekretariat Thürmer haben für die beiden Erstplatzierten Konzertengagements im Thürmer-Saal Bochum sowie in Leipzig und Paris bereit gestellt. Hinzu kommt die Möglichkeit für Adela Liculescu, eine eigene CD durch das renommierte Detmolder Erich-Thienhaus-Institut produzieren zu lassen. „Das macht das Besondere an unserem Wettbewerb aus", resümierte der Künstlerische Leiter Jacob Leuschner. „Die Finalisten erhalten nicht nur ein attraktives Preisgeld, ihnen werden auch Brücken für ihre Zukunft in Form von Konzertengagements und CD-Produktionen gebaut."

Mit einem anspruchsvollen jeweils einstündigen Wettbewerbsprogramm, das ein großes spätes Brahms-Werk, ein Werk der klassischen Moderne und Werke freier Wahl enthielt, hatten sich die drei Finalisten am Donnerstag, den 28. September, letztmalig auf dem Blüthner-Flügel im Konzerthaus der Hochschule für Musik Detmold dem Votum der Jury gestellt. Ihr gehörten in den ersten beiden Runden auch die Hochschulprofessoren Markus Bellheim (München) und Martin Hughes (Wien) an. „Alle drei bewiesen ein außergewöhnliches künstlerisches Talent", urteilte Leuschner im Namen der Jury.

Die drei Wettbewerbsplatzierten brachten einen enormen künstlerischen Erfahrungsschatz mit: Adela Liculescu, die an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studiert, trat bereits als Solistin in der Berliner Philharmonie sowie im Münchner Gasteig auf. Vincent Neeb, der neben einem Klavierstudium an der Hochschule für Musik und Theater München auch Mathematik studiert, konzertierte u.a. bereits mit den Münchner Symphonikern. Stationen von Anna Ulaievas bisheriger Karriere waren Auftritte mit dem Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Ukrainischen Nationalorchester. Die Pianistin studiert derzeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Alle drei gewannen bereits im Vorfeld etliche Preise. 

Insgesamt 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Altersklasse von 19 bis 32 Jahren waren nach einer Videovorauswahl bei dem neuen durch die Hochschule für Musik Detmold in Kooperation mit der Julius Blüthner Pianofortefabrik und der Alfred-Reinhold-Stiftung ausgerichteten Wettbewerb angetreten. „Der künstlerische Auftrag des Wettbewerbs war die Auseinandersetzung mit dem Werke Brahms in seinem historischen Kontext", bilanziert Jacob Leuschner. Außerdem ging es bei der Ausrichtung um die Würdigung der Beziehung zwischen Johannes Brahms und Detmold, der von 1857 bis 1859 einige Monate in der Residenzstadt lebte. Der Wettbewerb soll ab sofort im Zweijahresrhythmus ausgerichtet werden.