Leo McFall. Foto: Ville Hautakangas

Leo McFall. Foto: Ville Hautakangas

Brite übernimmt Stab in Bregenz

Das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) hat einen neuen Chefdirigenten: Leo McFall. Mit ihm ist eine mindestens fünfjährige Zusammenarbeit vereinbart, die zur Saison 2020/21 startet.

 Damit kehrt der gebürtige Londoner nach Vorarlberg zurück, wo er im Vorjahr bereits zwei SOV-Produktionen leitete. Er tritt die Nachfolge von Gérard Korsten an, der im Sommer 2018 nach 13 Saisonen sein Amt niedergelegt hatte. Vorausgegangen war der Entscheidung ein intensives Auswahlverfahren, in das auch die Musiker des Symphonieorchester Vorarlberg einbezogen waren. „Das Meinungsbild war eindeutig“, sagt SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod, der sich auf einen „guten Partner und eine stimmige Arbeitschemie“ freut. Leo McFall und das Symphonieorchester kennen sich bereits: Im Januar und Dezember 2018 stand der Brite bei je zwei Abo-Konzerten am Pult. Seinen Vorgänger Gérard Korsten kennt er aus mehreren gemeinsamen Projekten gut. „Ich empfinde es als große Ehre und verspüre tiefe Freude, zum neuen Chefdirigenten des SOV ernannt zu werden. Die beiden Arbeitsphasen im vergangenen Jahr waren eine wunderschöne Erfahrung für mich. Ich habe dabei von Beginn an eine unmittelbare Verbundenheit mit den Musikern des Orchesters verspürt. Deren Offenheit, Energie und pure Hingabe zur Musik ist ein seltenes Geschenk für jeden Dirigenten, das es in den kommenden Jahren nicht nur zu bewahren, sondern vielmehr weiter zu pflegen gilt“, erklärt Leo McFall, der sich derzeit in Finnland aufhält. Eine besondere Ehre sei es für ihn, in die Fußstapfen von Gérard Korsten zu treten. Seit er ihn 2006 kennenlernte, habe Korsten ihn stets stark inspiriert. „Mit Sebastian Hazod arbeite ich bereits intensiv an der Saison 2020/21 für unser wundervolles Publikum. Ich freue mich ungeheuer, nun Teil dieses Orchesters sein zu dürfen.“

Leo McFall (38) steht für ein breites Orchester- und Opernrepertoire, das gleichermaßen klassische wie zeitgenössische Werke umfasst. Im Jahr 2015 gewann er den Deutschen Dirigentenpreis, ein Jahr zuvor war er Finalist beim „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ gewesen. Als Gastdirigent arbeitete er bei renommierten Klangkörpern wie dem City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC Philharmonic und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Bernhard Haitink assistierte er beim Chicago Symphony Orchestra und den Wiener Philharmonikern. In diesem Frühjahr folgen mit der NDR Radiophilharmonie und der Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern seine ersten CD-Einspielungen. Seine ersten Schritte in die Welt der klassischen Musik setzte er als Instrumentalist: Noch während seiner Schulzeit in Großbritannien erreichte er als Pianist das Finale des Wettbewerbs „BBC Young Musician of the Year“. Außerdem beherrscht er Violine und Viola. Dem Musik-Studium an der Oxford University folgte ein Dirigierstudium an der Sibelius Academy in Helsinki. Drei Konzerte innerhalb des Abo-Zyklus plus die Festspiel-Matinee wird McFall ab der Saison 2020/21 in Vorarlberg leiten – so wie es auch bei Gérard Korsten üblich war. Abgeschlossen hat er einen Fünf-Jahres-Vertrag, „der für beide Seiten verlängerbar ist“, wie Sebastian Hazod betont. „Mir geht es auch darum, einen gemeinsamen dramaturgischen Bogen über eine Saison hinaus zu spannen“, sagt der SOV-Geschäftsführer. So möchte er neben der Übergabe von Korsten an McFall, zwischen denen ein gutes Einvernehmen besteht, auch auf dieser Ebene für Kontinuität sorgen.