Il Suonar Parlante Orchestra. Foto: Luís Duarte

Il Suonar Parlante Orchestra. Foto: Luís Duarte

Brücken über die Barockzeit hinaus

Das kleine Festival der Neuburger Barockkonzerte bietet dem Publikum im Oktober ein hochklassiges und abwechslungsreiches Programm, das weit über die Grenzen Alter Musik hinausreicht.

Um „Brüche und Brücken" geht es im Herbst bei den Neuburger Barockkonzerten. In vier Konzerten präsentieren die Musikerinnen und Musiker einerseits die Beziehungen der europäischen Musik - von der Musik des Barock bis in unsere Zeit, und andererseits auch Fremdes. So spiegeln die Neuburger Barockkonzerte die heutige Vielfalt mit spannenden Zugängen zur barocken Musik.  

Die Eröffnung übernehmen am Donnerstag, 11. Oktober um 20 Uhr Christine Schornsheim und ihr Ensemble. Im Ottheinrichsaal präsentieren sie Kammermusik mit Bläsern. Die Komponisten Franz Danzi, Leopold Koželuh, Johann Georg Lickli und Wolfgang Amadeus Mozart haben eine ganz besondere musikalische Verbindung zueinander und schlagen Brücken über die Barockzeit hinaus. 

Mit der Barockmusik alter Zeiten gemeinsam ist dem Jazz die Lust am Improvisieren, ein allein aus der Inspiration des musikalischen Augenblicks folgendes spontanes Komponieren der Solisten im Ensemble. Daher gastiert im Rahmen der Neuburger Barockkonzerte am Freitag, 12. Oktober um 20:30 Uhr das Trio Django's Castle im Bildland Jazzclub. Die drei Musiker führen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer kammermusikalisch inspiriert durch die Traumschlösser der Musik, glänzend gefügt aus folkloristischen Elementen, barocken Kompositionen und zeitgenössischem Gipsy Jazz. Die Jazzer Stephan Holstein (Klarinette) und Helmut Nieberle (7-saitige Gitarre) musizieren mit dem Klassiker Martin Stegner an der Viola, seines Zeichens Mitglied der Berliner Philharmoniker und begnadeter Improvisator, wo immer er mit Jazzmusikern spielt. 

Besondere Brüche und Brücken sind auch im Konzert am Samstag, 13. Oktober um 20 Uhr im Kongregationssaal zu erleben. Der Gambist Vittorio Ghielmi hat international renommierte Interpreten der Alte-Musik-Szene in sein Ensemble Il Suonar Parlante Orchestra geholt, die mit ihrer Virtuosität die kulturelle Vielfalt vergangener Zeiten wiederaufleben lassen.

Eine Begegnung mit ganz anderen musikalischen Traditionen stellen hingegen der Geiger Stano Palúch und der Zymbal-Spieler Marcel Comendant dar. Die beiden Musiker sprengen mit den Klängen von Gipsy-Swing und osteuropäischer Folklore die Genregrenzen. Ihr unkonventioneller Zugang zur barocken Musik bringt eben jene wilde Anmut zutage, die bereits Telemann und seine Zeitgenossen in ihren Bann gezogen hat. Il Suonar Parlante Orchestra nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise mit „Musik im Gypsysound" und Werken von Georg Philipp Telemann, František Jiránek, Johann Adolf Hasse, Johann Gottlieb Graun sowie ungarische Tänze, Haiduckentänze, Zigeunertänze aus barocken Sammlungen des 17. und 18. Jahrhunderts. 

Das Abschlusskonzert übernimmt am Sonntag, 14. Oktober um 11:30 Uhr im Rittersaal das Duo A&A. Anna Kiskachi und Anastasia Antonova – zwei russische Cembalistinnen – bitten zum Schluss der 71. Neuburger Barockkonzerte mit ihren Instrumenten zum Tanz. Das Duo A&A führt das Publikum durch ein farbenreiches Konzert des Wahnsinns und der Liebe, des Lebens und des Todes und lassen sich dabei keine Fesseln von Zeit und Stil anlegen. Zur Feier barocker Klänge und um den Klangreichtum seines Instruments zum vollen Ausdruck zu bringen, stellt das Duo A&A sein Konzertprogramm sowohl aus historischen als auch aus neu adaptierten Arrangements für Cembalo zusammen. Dabei trifft es eine Auswahl an Werken des traditionellen Barock bis hin zur vielfältigen Musik des 19. und auch 20. Jahrhunderts.