Meisterkurs Danjulo Ishizaka. Foto: Stephan Haase

Meisterkurs Danjulo Ishizaka. Foto: Stephan Haase

Cello-Akademie bei Stuttgart

Seit 2009 ist die Cello Akademie Rutesheim kräftig gewachsen. Nicht verändert haben sich ihre drei zentralen Säulen: der kommunikative Cello-Campus im Rutesheimer Schulzentrum, das einladende Konzept und die offene, kollegiale Philosophie der Akademie.

Nach wie vor trifft sich der internationale Cello-Nachwuchs in der baden-württembergischen Herbstferien-Woche in Rutesheim bei Stuttgart. Renommierte Cello-Professoren unterrichten junge Talente, klassische Streicher lernen Jazz, Cello-Liebhaber spielen als Cello-Orchester – und abends strömt das Publikum zu den Konzerten. 

Der Andrang an Anmeldungen war 2017 größer als je zuvor und zwang die Auswahl-Jury zu schmerzhaften Entscheidungen. Einmal mehr waren sich Cello-Akademie-Leiter Matthias Trück und die Kollegen einig: Die musikalische Messlatte lag erneut höher als im vergangenen Jahr. Am Ende wurden 94 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die restlos ausgebuchten Meisterkurse ausgewählt.

Besser, jünger, internationaler: Der Cello-Nachwuchs 2017 Die Cello-Akademie hat auch 2017 zugelegt, was die Zahl, die Internationalität und die Qualität der Bewerbungen anbelangt. Der musikalische Nachwuchs bringt aber nicht nur stetig bessere Voraussetzungen mit. Er wird auch immer jünger. 2017 erreichten die Cello-Akademie Bewerbungen aus 35 Ländern, darunter Albanien, Ägypten, Australien, China, Japan, Südkorea, Singapur, Philippinen, Mexiko, Ecuador und Kolumbien. Die jüngste Bewerberin zählte gerade einmal 11 Jahre. Angenommen sind zwei 13-jährige Jugendliche aus der Türkei und Spanien sowie ein 12-jähriger Chinese.

Welch ein Kontrast zu den Anfangsjahren der Cello-Akademie! Damals bewarb sich niemand unter 17 Jahren. 2017 gingen dagegen 18 Bewerbungen von 11- bis 16-jährigen Cellisten ein. Der Leiter der Cello-Akademie Matthias Trück kommentiert: „Ein bisschen Erfahrung haben wir mittlerweile mit den sehr jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Abschlusskonzert 2016 traten beispielsweise zwei Solisten aus China auf. Sie waren gerade mal 13 und 14 Jahre alt, aber ihre Musikalität und ihr Talent waren verblüffend. Ich muss gestehen: Bei den Altersangaben in den Bewerbungsbögen kann einem mitunter ein bisschen schwindelig werden. Doch das evident hohe musikalische Niveau ist die reine Freude. Vor allem darf man nicht vergessen: Wir lernen die Jugendlichen vor Ort gründlich kennen und beobachten immer wieder: Sie tauchen in die Atmosphäre der Akademie ein wie der Fisch ins Wasser und profitieren erkennbar von der anregenden Atmosphäre. Rutesheim stößt Fenster auf. Was könnte es besseres geben für den Reifungsprozess der jungen Künstler?"

Auch bei dem beliebten Format Cello-Orchester hat sich einiges verändert. Allerdings geht die Reise im Gegensatz zu den Meisterkursen in die andere Richtung: Waren die Teilnehmer in den ersten Jahren vorwiegend Jugendliche aus der Region Stuttgart, besteht das Orchester heute fast zur Hälfte aus über 27-Jährigen, aus knapp einem Drittel Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 27 Jahren und nur noch knapp aus einem Drittel Kindern zwischen 7 und 14 Jahren. Und auch regional fächert sich der Teilnehmerkreis stark auf. Die Musiker kommen aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland. Eine Entwicklung, die sich ausgesprochen positiv bemerkbar macht. Schließlich sind die erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich mehr in das reguläre Programm der Akademie eingebunden, teils in den Meisterkursen oder als Besucher der Konzerte und der Musikmesse. Das Cello-Orchester erarbeitet in fünf intensiven Tagen ein exklusiv arrangiertes Konzertprogramm, das in einem großen Abschlusskonzert mit aufwändiger Light Show präsentiert wird.

www.cello-akademie-rutesheim.de