Soll modernisiert werden: die Heidelberger Stadthalle. Foto: Sven Marten / Echtweiß

Soll modernisiert werden: die Heidelberger Stadthalle. Foto: Sven Marten / Echtweiß

Chance auf modernen Konzertsaal

Private Stifter wollen 22 Millionen Euro für die Heidelberger Stadthalle geben, um eine Weiterentwicklung des Gebäudes zum Konzert- und Kulturhaus nach internationalen Standards zu ermöglichen. 6 Millionen Euro trägt die Stadt.

Mit Spenden in Höhe von 22 Millionen Euro will ein am vergangenen Dienstag gegründeter Stifterkreis aus Förderern des Musikfestivals „Heidelberger Frühling“ ein kulturelles Großprojekt in Heidelberg ermöglichen: die Sanierung der 1903 fertiggestellten Stadthalle und deren Weiterentwicklung zum Konzert- und Kulturhaus nach internationalen Standards.

Laut einer Machbarkeitsstudie des Büros Waecher + Waechter Architekten soll die Sanierung, bei der auch Akustik und Sichtverhältnisse verbessert werden, 28 Millionen Euro kosten. Die Stadt hat in ihrer Finanzplanung bislang 6 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten vorgesehen, 22 Millionen kämen vom Stifterkreis. Den Hauptanteil davon, einen zweistelligen Millionenbetrag, trägt der Unternehmer Wolfgang Marguerre, der auch schon mit über 20 Millionen Euro an den Kosten für den Ausbau des Heidelberger Theaters beteiligt hatte.

Weitere Stifter sind bislang Dietrich Götze und Renate Keysser-Götze, Manfred Lautenschläger (Sprecher des Stifterkreises), Günter Reimann-Dubbers, Jobst Wellensiek und Hans-Joachim Wessendorf. Die Machbarkeitsstudie schlägt einen Umbau vor, der ausschließlich das Innere des Gebäudes betreffen würde.

Die Bühne der Stadthalle soll künftig in der Mitte des Saales liegen. Hubböden könnten sowohl ansteigende Sitzreihen, zum Beispiel für Konzerte, als auch eine durchgehende Ebene, etwa für Tanzbälle, ermöglichen. Die Besucher sollen von einer deutlich verbesserten Sicht und Akustik profitieren. Durch die Hubpodien sind aber auch verschiedene andere Anordnungen möglich – beispielsweise auch die bisherige Konstellation von ebenem Parkett und Bühne an der Stirnseite des Saals. Damit sollen die Bedürfnisse bisheriger Veranstaltungen genauso berücksichtigt werden wie die Ansprüche künftiger Events. Alle Umbauten beschränken sich auf das Innere. Die Fassade der Stadthalle bleibt unverändert.

Der Heidelberger Gemeinderat hat bereits am 6. Oktober der Übertragung der Stadthalle samt Grundstück auf die städtische Theater- und Orchesterstiftung zugestimmt. Dies bietet steuerliche Vorteile für die Stadt als Bauherrin und ermöglicht zugleich die Einwerbung von Spenden für das Projekt. Die Sanierungsarbeiten könnten bei Zustimmung des Gemeinderates und der zuständigen Behörden bereits im Frühjahr 2019 beginnen.