Cristian Măcelaru wird neuer Chef des WDR-Sinfonieorchesters. Foto: WDR/Thomas Kost

Cristian Măcelaru wird neuer Chef des WDR-Sinfonieorchesters. Foto: WDR/Thomas Kost

Cristian Măcelaru folgt Jukka-Pekka Saraste

Cristian Măcelaru wird zur Spielzeit 2019/2020 neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Er folgt dem derzeitigen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste nach, der die Leitung des Orchesters nach neun emotional dämpfenden Jahren abgeben wird.

"Mit Cristian Măcelaru ist es uns gelungen, einen herausragenden und weltweit sehr gefragten Dirigenten zu gewinnen", meint WDR-Intendant Tom Buhrow. "Wir freuen uns, dass dieser Künstler der neuen Generation mit unserem WDR Sinfonieorchester, das sich in den vergangenen Jahren ein herausragendes internationales Niveau und Renommee erarbeitet hat, die Zukunft beschreitet." Das WDR Orchester hat nach den lähmenden Jahren unter Saraste in der Tat frischen Wind dringend nötig.

Cristian Măcelaru, geboren 1980 in Temeswar, Rumänien, begann seine musikalische Karriere zunächst als Geiger. Mit seiner fotogen-leidenschaflichen Anmutung passt er den Chefstrategen des WDR gut ins Konzept. Was musikalisch mit der neuen Kombination entsteht, darf man aber durchaus mit Vorfreude erwarten.

In der Carnegie Hall debütierte Cristian Măcelaru mit 19 Jahren, wurde jüngster Konzertmeister des Miami Symphony Orchestra. Als Dirigent leitete er zum ersten Mal 2010 das Orchester der Houston Grand Opera mit Puccinis "Madame Butterfly". Internationales Aufsehen erregte er zwei Jahre später, als er beim Chicago Symphony Orchestra für Pierre Boulez einsprang.

"Ich bin dankbar, Teil der wunderbaren WDR-Familie werden zu dürfen. Bei unseren bisherigen gemeinsamen Konzerten haben wir außerordentliche Momente erlebt, die bei uns den Wunsch geweckt haben, unsere künstlerische Beziehung weiter zu vertiefen. Daher bin ich sehr glücklich, künftig als Chefdirigent hier zu arbeiten", freut sich Cristian Măcelaru in bestem PR-Slang.

Am Pult des WDR Sinfonieorchesters stand er erstmals im Februar 2017 und dirigierte seither drei Konzertprogramme mit Werken von Mozart, Mahler, Strawinsky und anderen. "Wir werden künftig auch neue Wege erkunden, um ein noch breiteres Publikum zu erreichen. So können noch mehr Menschen erleben, welch positiven Einfluss Kunst auf unser Leben haben kann."

In den vergangenen Jahren hat Măcelaru regelmäßig mit amerikanischen Orchestern zusammen gearbeitet, darunter das Chicago Symphony Orchestra, New York Philharmonic oder Los Angeles Philharmonic. Beim Philadelphia Orchestra war er während drei Spielzeiten Conductor-in-residence. Auch in Europa hat er sich einen gewissen Namen gemacht und dirigierte bedeutende Orchester wie das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, die Staatskapelle Dresden oder das Gewandhausorchester Leipzig.

"Wir versprechen uns viel von seiner europäisch-amerikanischen Sozialisierung, weil er einerseits den europäischen Geist der klassischen Musik im Herzen trägt; andererseits hat er aber in Amerika gelernt, niemals das Publikum aus dem Auge zu verlieren. Sein Repertoire ist vielseitig und er interessiert sich sehr für die Musikvermittlung an ein breites Publikum", sagt WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber. Der Vertrag beginnt im August 2019 und läuft zunächst über drei Jahre.