Kammermusik in freundlicher Atmosphäre: das Rolandseck-Festival. Foto: Festival

Kammermusik in freundlicher Atmosphäre: das Rolandseck-Festival. Foto: Festival

Dada und die Musik

Ganz im Zeichen von „100 Jahre Dada“ stand das 11. Rolandseckfestival, das von Guy Braunstein und Ohad Ben-Ari geleitet wurde und in inspirierender Atmosphäre Orginelles ans Licht rückte.

Wie wirkte sich Dada auf die Musik aus? Das kleine Festival in der Nähe von Bonn suchte Antworten im Klang. Mor Biron spielte die „Bassnachtigall für Kontra-Fagott von Erwin Schulhoff. Technisch virtuos präsentierte der junge Solist dieses Stück aus den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dem der Komponist, beeinflußt von den Dada-Radau-Konzerten und dem Jazz, folgenden provokanten Text hinzugefügt hat “Der göttliche Funke kann wie in einer Leberwurst auch in einem Kontrafagott vorhanden sein“.

Ohad Ben-Ari und Sunwook Kim spielten Erik Saties „Parade“ zu vier Händen. Dieses Stück entstand aus einer Zusammenarbeit mit Cocteau und Picasso und sollte in einem Ballett durch akrobatische Einfälle von Zirkusartisten die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Künste wecken. Bei der Uraufführung 1917 kam es zu einem Skandal und einem Kritiker, der sich besonders ausfällig äußerte antwortete Satie auf französisch: „Mein Herr und lieber Freund - Sie sind ein Arsch, ein Arsch ohne Musik!"

Zu Beginn von Schulhoffs „Fünf Pittoresken op. 31“, aus dem Jahr 1919, bearbeitet für Klavier und Bläser, erklärte Ohad Ben-Ari den „Dadaismus“ mit einem Gedicht. In einer Performance interpretierten die drei Musiker den Mittelsatz schauspielerisch  -  ohne Musik, ganz im Sinne von Dada, die Ideen John Cages vorwegnehmend.