Finale: Das Danel-Quartett in "Nach-dem-Schluss-Akkord-Spannung". Foto: Oliver Killig

Finale: Das Danel-Quartett in "Nach-dem-Schluss-Akkord-Spannung". Foto: Oliver Killig

Dankbar für das konzentrierte Publikum

Mit der Aufführung des letzten Werkes von Dmitri Schostakowitsch, der Bratschensonate op. 147, sind die 7. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch am Nachmittag des 26. Juni – quasi in der Verlängerung – zu Ende gegangen.

Für die Durchführung des letzten Konzertes bemühen die Veranstalter den Vergleich mit dem Fußball, weil infolge eines heftigen Gewitters das „Nachtkonzert“ am Abend zuvor nach der ersten Hälfte abgebrochen werden musste. Die noch ausstehende Aufführung der Violasonate mit dem Bratschisten Thomas Selditz und dem Pianisten Peter Rösel wurde am Ende des Abschlusskonzertes in der ausverkauften Konzertscheune  nachgeholt.

Die Auslastung der Schostakowitsch Tage erreichte einen Rekordwert von 90 % und auch die absoluten Zahlen lagen mit über 3.000 Besuchern auf äußerst hohem Niveau. „Stellvertretend für alle, die sich für die Internationalen Schostakowitsch Tage in Gohrisch engagieren, kann ich sagen, dass wir nicht nur glücklich, sondern auch ein wenig stolz sind auf das, was wir in den letzten Jahren hier erreicht haben. Wir haben erneut tolle Konzerte mit spannenden Programmen und außergewöhnlichen Künstlern erleben dürfen – und treffen dabei auf ein Publikum, das neugierig und hochkonzentriert ist und sich weder von Hitze noch von Sturm und Regen abschrecken lässt. Das ist absolut einzigartig, und dafür sind wir sehr dankbar. Unser Dank gilt aber auch allen mit wirkenden Künstlern, die in Gohrisch nach wie vor auf ein Honorar verzichten. Auch das macht unser Festival singulär", so Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter des Festivals.

Als Gäste wirkten in diesem Jahr neben Peter Rösel und Thomas Selditz auch das belgische Quatuor Danel (Foto), die Pianisten Anna Vinnitskaya und Michael Schöch, der Cellist Isang Enders, die Musikwissenschaftlerin Friederike Wißmann und der Schriftsteller Uwe Tellkamp mit. Außerdem konzertierten in Gohrisch wieder zahlreiche Musiker der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die das Festival von Anfang an künstlerisch trägt – darunter die Konzertmeister Matthias Wollong und Norbert Anger sowie das Dresdner Streichquartett und das Bläserquintett „Semper Winds Dresden“.

Ein „Wanderkonzert“ mit dem Ensemble Vocal Concert Dresden unter der Leitung von Peter Kopp zog mehr als 400 Besucher an, die trotz widriger Witterung mit dem Chor durch Gohrisch und seine Umgebung wanderten. Der Termin für die achten Internationalen Schostakowitsch Tage steht bereits fest. Sie finden vom 22. bis 25. Juni 2017 statt und werden mit einem Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle in der Semperoper eröffnet. Unter der Leitung des russischen Dirigenten Gennady Rozhdestvensky erklingen dabei laut Planung die erste und die letzte Symphonie von Schostakowitsch, dessen symphonischer Kosmos damit exemplarisch umrissen wird. An den drei Folgetagen finden sämtliche Festivalkonzerte wie gewohnt in der Gohrischer Konzertscheune statt.