Komponistin Clara Iannotta. Foto: Astrid Ackermann

Komponistin Clara Iannotta. Foto: Astrid Ackermann

Darmstädter Ferienkurse weiblicher und bürgernah

Die Darmstädter Ferienkurse 2018 bieten ein Programm aus fast 70 öffentlichen Konzerten mit über 30 Uraufführungen, Performances, Installationen und Konferenzen sowie rund 50 Kurse und Workshops für angemeldete Teilnehmer aus 50 Nationen.

Vom 14. bis 28. Juli verwandelt sich Darmstadt wieder zum Mekka der zeitgenössischen Musik: Die Darmstädter Ferienkurse – alle zwei Jahre vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) veranstaltet – existieren bereits seit über siebzig Jahren, und noch immer sind sie ein Magnet für Komponisten, Musiker, Künstler und Wissenschaftler beiderlei Geschlechts aus aller Welt: Hier geht es mit über 400 aktiven Teilnehmern, vielen Zuhörern, Gastmusikern, Ensembles und 70 internationalen Dozenten zwei Wochen lang fast rund um die Uhr um die Musik und Kunst unserer Zeit.

Das Spektrum des Festivals der Darmstädter Ferienkurse reicht von Orchester- und Ensem­blekonzerten über multimediale und szenische Arbeiten bis hin zu Klanginstallationen, expe­rimenteller Elektronik und Musik für den Öffentlichen Raum. Auch für das diesjährige Festival erteilten die Darmstädter Ferienkurse wieder mehrere Kompositionsaufträge – vor allem an Komponistinnen: So werden neue Arbeiten der Kranichsteiner Musikpreisträgerin von 2016, Celeste Oram (NZ), von Christina Kubisch (D), Juliana Hodkinson (GB), Jessie Marino (USA), Clara Iannotta (IT), Susanne Kirchmayr (AT) und Éliane Radigue (FR) zu erleben sein.

Bei dieser Ferienkurs-Edition werden gleich mehrere hochkarätige Darmstadt-Debuts angekündigt: Das Wiener Performance-Kollektiv God's Entertainment, das sich in sehr origineller Weise der Figur des Tarzan nähern wird, die australische Schlagzeug-Formation Speak Percussion, das mexikanische Ensemble Cepromusic, der Transgender-Künstler Terre Thaemlitz oder der aus dem Libanon stammende Tarek Atoui werden erstmals in Darmstadt zu Gast sein.

Ebenfalls zum ersten Mal arbeiten die Darmstädter Ferienkurse mit Darmstädter Bürgern zusammen. In dem neuen Projekt des belgischen Ensemblekollektivs Nadar rückt das sehr persönliche Musikerleben in den Mittelpunkt: OurEars schafft intime Hörsituationen, bei denen Darmstädter und internationale Ferienkurs-Gäste in einer Wohngemeinschaft, einem Künstleratelier, einem alternativen Kulturzentrum und im Haus eines Arztes zusammenkommen.

Mehrere Konferenzen unterstreichen die Bedeutung der Darmstädter Ferienkurse als Diskursplattform, darunter eine zweitägige Tagung zum Thema „The Ethics of Critique" (23./24. Juli) oder die viertägige „Convention on Curating Contemporary Mu­sic" mit dem Titel „Defragmentation" (17.–20. Juli). Gemeinsam geplant mit den Festivals Donaueschinger Musiktage und MaerzMusik (Berlin) sowie in Kooperation mit Ultima (Oslo), der Kulturstiftung des Bundes und der Schader-Stiftung, beschäftigt sie sich damit, wie die aktuell in vielen Sparten geführten Diskurse um Gender & Diversity, Dekolonisierung und technologischen Wandel nachhaltig in Institutionen der Neuen Musik verankert werden können und ein Diskurs über kuratorische Praktiken in diesem Bereich eröffnet werden kann.

Die Darmstädter Ferienkurse 2018 werden maßgeblich gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Art Mentor Foundation Lucerne, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt, Ernst von Siemens Musikstiftung, Merck'sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Das IMD ist ein Kulturinstitut der Wissenschaftsstadt Darmstadt.