Die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle haben die Proben zu Tristan und Isolde in Baden-Baden aufgenommen. Bild: Monika Rittershaus

Die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle haben die Proben zu Tristan und Isolde in Baden-Baden aufgenommen. Bild: Monika Rittershaus

"Das derzeit denkbar beste Programm"

Die vierten Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker haben einen vielversprechenden Programmpunkt: Richard Wagners monumentales Liebesdrama Tristan und Isolde. Premiere ist am 19. März. Die Aufführung vom Sonntag, 3. April, gibt es in der Digital Concert Hall des Orchesters ab 16.45 Uhr im Livestream.

Tristan und Isolde in diesem Jahr bei den Osterfestspielen, Tosca in 2017: Fürs Kleckern ist Baden-Baden wahrlich nicht bekannt. Gestern stellte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser das neue Programm für die komplette Saison 2016/2017 vor: Rund 100 Abende mit Oper, Konzerten und Ballett stehen im Festspielhaus Baden-Baden vom 30. September 2016 bis zum 23. Juli 2017 auf dem Programm. Der Intendant sagt dazu: „Mein Team und ich haben das für uns derzeit denkbar beste Programm zusammengestellt und folgen dabei keinerlei Mode oder Trend. Diese Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Musik und ihren Interpreten bleibt mein Credo. Ich verstehe jeden Abend als Plädoyer für die Musik“.

Realisieren kann Andreas Mölich-Zebhauser seine Pläne im größten deutschen Opernhaus aufgrund des Engagements von 1800 Privatförderern, die etwa 180.000 Saisonbesuchern musikalische Begegnungen auf höchstem Niveau mit ermöglichen. Dieses Konzept bleibt europaweit einzigartig.

Der Intendant bedankte sich daher auch bei allen Unterstützern, die in Baden-Baden jährlich mittlerweile fast zehn Millionen Euro zur Gestaltung des Programms beisteuern. „Viele Menschen möchten in diesen Zeiten einen Beitrag zur Pflege unserer Musikkultur leisten und Künstler demonstrativ bei der Konzentration auf das Wesentliche unterstützen: das Wirken durch die aussagestärksten Musikwerke unserer Kulturgeschichte“, sagt Andreas Mölich-Zebhauser in Hinblick auf das zuletzt noch einmal im Vergleich zu den Vorjahren gestiegene private Engagement.

Die Osterfestspiele 2017 (7. bis 17. April 2017) stehen ganz im Zeichen einer Neuinszenierung der Puccini-Oper „Tosca“, geleitet von Sir Simon Rattle und musiziert von den Berliner Philharmonikern. Zu den Solisten der Produktion zählen Kristīne Opolais (Floria Tosca), Marcelo Álvarez (Mario Cavaradossi) und Evgeny Nikitin (Baron Scarpia). Die Inszenierung erarbeitet der amerikanische Regisseur Bartlett Sher, der unter anderem bereits an der New Yorker Metropolitan Opera und bei den Salzburger Festspielen Erfolge feierte. In Baden-Baden stellte er 2009 seinen New Yorker „Barbier von Sevilla“ vor und schuf vor zwei Jahren die Neuinszenierung der Oper „Faust“ von Charles Gounod.

Ein besonderes Baden-Baden-Debüt feiert der designierte Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko. Er leitet sein kommendes neues Orchester im Rahmen der Osterfestspiele am Samstag, 8. April 2017. Zubin Mehta ist ebenfalls einer der Konzertdirigenten zu den Osterfestspielen 2017.

Zu den Osterfestspielen 2017 entsteht auch wieder eine Kammeroper im Theater Baden-Baden. Die Kooperation zwischen dem Festspielhaus, dem Theater Baden-Baden, den Berliner Philharmonikern und der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung findet ihre Fortsetzung in „La tragédie de Carmen“ nach George Bizet von Marius Constant.

Beginnen wird die Saison in Sachen Oper schon im November 2016. Dann ist Cecilia Bartoli erstmals in einer szenischen Oper in Baden-Baden zu erleben. Die Mezzosopranistin singt die Titelpartie in der Salzburger „Norma“-Produktion, die als Zusammenarbeit mit den Festspielen an der Salzach nach Baden-Baden kommt.

Thomas Hengelbrock leitet im Rahmen der Pfingstfestspiele 2017 zwei konzertante Aufführungen der Wagner-Oper „Rheingold“. Der in Freudenstadt geborene Michael Volle wird darin als Wotan zu hören sein, Daniel Behle als Loge und Johannes Martin Kränzle als Alberich.

Die Sommerfestspiele 2017 (6. bis 23. Juli 2017) werden von zwei Opern eingerahmt: Die Zusammenarbeit mit dem Mariinsky Theater und seinem Chefdirigenten Valery Gergiev wird dabei fortgesetzt. Das Opernensemble bringt die neue Produktion des Tschaikowsky-Klassikers „Eugen Onegin“ mit nach Baden-Baden, wo seit 1998 durchgängig russische Oper im Original gezeigt wird.

Im Rahmen der Baden-Baden-Gala setzt das Festspielhaus seinen konzertanten Mozart-Opern-Zyklus fort. In „La Clemenza di Tito“ singen u.a. Rolando Villazón, Sonya Yoncheva und  Joyce DiDonazo.

Ballett-Fans kommen in der Saison 2016/2017 gleich fünfmal auf ihre Kosten und erleben eine Tanz-Reise um die Welt: Den Auftakt macht das Hamburg Ballett John Neumeier mit den Abenden „The World of John Neumeier“ und „Romeo und Julia“. Das Mariinsky Ballett aus St. Petersburg bringt in seiner Weihnachtsresidenz die Werke „Giselle“, „Schwanensee“ sowie einen Mikhail-Fokine-Abend und eine Ballett-Gala mit. Ein Wiedersehen gibt es im Frühjahr 2017 mit dem Béjart Ballet Lausanne bevor das Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan zum zweiten Mal nach 2003 in Baden-Baden zu sehen sein wird. Im Sommer 2017 ist die spanische Flamenco-Legende María Pagés ebenfalls zum zweiten Mal zu Gast in Deutschlands größtem Opernhaus.

Das Saisoneröffnungskonzert bringt am 30. September 2016 ein vom Publikum lang erwartetes Wiederhören mit dem hochgelobten russischen Pianisten Daniil Trifonov, der von der Filarmonica della Scala aus Mailand und Riccardo Chailly begleitet wird. Trifonov wird in der Saison 2016/2017 gleich dreimal im Festspielhaus Baden-Baden zu erleben sein und kann damit gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter zu den „Residenzkünstlern“ der neuen Spielzeit gerechnet werden. Am Pfingstmontag, 5. Juni 2017, begegnen sich der Pianist und die Geigerin in einem gemeinsamen Programm mit Schuberts „Forellenquintett“.

Die Silvester-Gala 2016 bestreiten die Sopranistin Sonya Yoncheva und der Tenor Piotr Beczala. Im Konzert des Freundeskreises Festspielhaus am 25. Januar 2017 ist das Chicago Symphony Orchestra erstmals seit 1998 wieder in Baden-Baden zu erleben. Dirigent: Riccardo Muti.

Am 5. März 2017 steht das Jubiläumskonzert zu Gidon Kremers 70. Geburtstag mit dem Jubilar und Martha Argerich auf dem Programm. Die Wiener Philharmoniker kehren unter der Leitung von Herbert Blomstedt am 5. Mai 2017 zurück nach Baden-Baden.

Außerdem darf sich das Publikum unter anderem auf eine „Winterreise“ mit Christian Gerhaher (11. November 2016) und drei Konzerte mit Anne-Sophie Mutter freuen, die ihr 40. Bühnenjubiläum feiert und seit der Eröffnung des Festspielhauses eine besondere Beziehung zu Baden-Baden pflegt.

Das Konzept der Meisterkonzerte - Kammermusik an besonderen Orten in Baden-Baden - wird von den Osterfestspielen auf die Festivals zu Pfingsten, im Sommer und im Herbst ausgebaut.

Das Kinder- und Jugendprogramm des Festspielhauses Baden-Baden wird zum wiederholten Male erweitert. Intendant Andreas Mölich-Zebhauser: „Wir investieren weiter in diesen mir besonders am Herzen liegenden Programmbereich“. Erfahrene Solistinnen wie Sol Gabetta oder die Pianistin Ragna Schirmer wirken bei der musikalischen Basisarbeit für kommende Zuhörer- und Künstlergenerationen ebenso mit wie innovative Ensembles verschiedener Nationalitäten. Langfristige Projekte werden mit Schulen der Region entwickelt.

Zum ersten Mal produziert das Festspielhaus Baden-Baden eine Kinderoper in Eigenregie. Die ebenso lustige wie lehrreiche Geschichte von „Käpt’n Bone“ wird mit Musik von Gioacchino Rossini im Herbst 2016 auf die Bühne kommen.

Mit Beginn der neuen Saison 2016/2017 bietet das Festspielhaus Baden-Baden günstigere Einstiegspreise an, in acht anstatt bislang fünf Sitzplatzkategorien. „Wir möchten, dass noch mehr  Musikliebhaber in den Genuss des Programms kommen können“, begründete Intendant Andreas Mölich-Zebhauser.

Derzeit liegt die Sitzplatzauslastung im Festspielhaus Baden-Baden stabil bei 85 Prozent. Nach der Auswertung von Besucherbefragungen wurden für die neu zugeschnittenen Saalpläne Abstände zwischen Sitzplatzkategorien teils verkleinert, um Sichtunterschiede besser berücksichtigen zu können. Plätze mit begrenzter Sicht bei gleicher Akustik werden ebenfalls günstiger.

Der öffentliche Vorverkauf für die Saison 2016/2017 beginnt am Freitag, 18. März 2016 um 9.00 Uhr. Mitglieder des Freundeskreises Festspielhaus Baden-Baden sowie Privat-Förderer genießen ein Vorkaufsrecht.

www.festspielhaus.de