In dieser Oper wurde 2015 gar nichts gespielt: die Kölner Baustelle von der Rückansicht.

In dieser Oper wurde 2015 gar nichts gespielt: die Kölner Baustelle von der Rückansicht.

Das große Opern-Ranking

Die Zauberflöte bleibt das meistgesehene Stück auf deutschsprachigen Opernbühnen. Dank der Bregenzer Festspiele ist Turandot in der vergangenen Spielzeit 2014/2015 auf Platz Zwei geklettert.

Da wird einem mal wieder bewusst, wie elitär die Gattung Oper ist - und die ab 1945 komponierte zumal. Laut der Statistik, die der deutsche Bühnenverein nun für die vergangene Saison vorgelegt hat, haben 6.760 Menschen Schönbergs Moses und Aaron auf der Bühne eines deutschen Opernhauses gesehen. Die "erfolgreichste" zeitgenössische Oper war Brittens The Turn of the Screw mit gut 11.000 Zuschauern. Nimmt man das Publikum von Inszenierungen in der Schweiz und in Österreich hinzu, landet das Psychodrama bei gut 19.000 Besuchern. Das entspricht der Kulisse eines gediegenen Zweitliga-Fußballspiels.

Nimmt man nun die gute alte Oper hinzu, also das Kernrepertoire, dann sehen die Zahlen natürlich schon ganz anders aus: Die Zauberflöte bleibt der Bestseller mit mehr als 270.000 Besuchern in Deutschland, hinzu kommen knapp 80.000 in der Schweiz und in Österreich. In Deutschland folgen Hänsel und Gretel mit deutlichem Abstand (167.000), Carmen (162.000) und La Traviata (160.000). Rigoletto bringt es auf 68.000 Zuschauer, der Rosenkavalier auf 65.000. Wagner fehlt in den "Top 20", immerhin aber hat es der Freischütz in Deutschland auf Platz 17 geschafft (50.000).

Interessant: In Deutschland landet Turandot auf Platz 20 mit 45.000 Zuschauern. In der Schweiz und Österreich haben das Stück knapp 180.000 Menschen im Jahr 2015 gesehen - Bregenz lässt grüßen mit rund 7.000 Besuchern pro Vorstellung.

Einen ersten Platz hat Giuseppe Verdi aber auch errungen: Mit 286 Vorstellungen in Deutschland ist La Traviata die Oper mit der höchsten Aufführungszahl (Zauberflöte: 285). Das liegt daran, dass die Zauberflöten-Beabeitungen (Zauberflöte für Kinder etc.) nun als eigene Werke gewertet werden. Und auch ein Wagner findet sich unter den 20 Werken mit den höchsten Aufführungszahlen: Der Fliegende Holländer wurde 63 mal von Senta erlöst (sofern die Regisseure sich an den Plot gehalten haben).

Die ganze Statistikeritis lässt unter dem Strich nur einen Schluss zu: Leute, geht mehr in die Oper!