Tomáš Netopil. Foto: Hamza Saad

Tomáš Netopil. Foto: Hamza Saad

Das große Repertoire

Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven spielt eine zentrale Rolle im neuen Programm der Essener Philharmoniker, das Intendant Hein Mulders und Generalmusikdirektor Tomáš Netopil für die Spielzeit 2019/2020 präsentiert haben.

 „Zu meinen persönlichen Höhepunkten zählen das 5. Klavierkonzert mit Rudolf Buchbinder, das Violinkonzert mit Frank Peter Zimmermann und unser traditionelles Neujahrskonzert – natürlich mit der 9. Sinfonie“, so Netopil. Fortgesetzt wird die erfolgreiche Reihe „Mit Götz Alsmann ins Konzert“, in welcher der Entertainer und Musiker an drei Sonntagvormittagen bekannte Werke der klassischen Musik vorstellt. Gastspiele führen das Orchester im kommenden August und September an prominente Orte – das Concertgebouw Amsterdam, das Rudolfinum Prag und die Frauenkirche Dresden. Das Abonnement „Essener Philharmoniker für Einsteiger“ wird nach dem erfolgreichen Start auch in der kommenden Saison angeboten.  

Unter der Leitung von Tomáš Netopil eröffnen die Essener Philharmoniker ihre Konzertsaison im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen mit Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 7. Die Violinistin Arabella Steinbacher interpretiert in diesem 1. Sinfoniekonzert zudem Max Bruchs erstes Violinkonzert. Im 2. Sinfoniekonzert (Leitung: Tomáš Netopil) kommt es neben Johannes Brahms’ Sinfonie Nr. 4 zur Aufführung von Robert Schumanns Cellokonzert, das erst vier Jahre nach dem Tod des Komponisten erstmals öffentlich erklang. Solist ist der junge armenische Cellist Narek Hakhnazaryan.

Im Rahmen des Festivals für Neue Musik NOW! stehen im 3. Sinfoniekonzert (Leitung: Tomáš Netopil) Arnold Schönbergs opulent besetzte „Gurrelieder“ auf dem Programm. Gleich drei Chöre (WDR Rundfunkchor, Aalto Opernchor, Philharmonischer Chor Essen) und ein Solistenensemble lassen die im spätromantischen Stil komponierte Tragödie des Königs Waldemar Atterdag (Torsten Kerl) und seiner Geliebten Tove (Julia Borchert) erklingen. Mit dem schottischen Dirigenten Rory Macdonald am Pult spielen die Essener Philharmoniker dann im 4. Sinfoniekonzert unter anderem Dmitri Schostakowitschs 15. und damit letzte Sinfonie, in der er Höhen und Tiefen des eigenen Lebens Revue passieren lässt.

Für Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester, das sogenannte „Tripelkonzert“, wird im 5. Sinfoniekonzert das junge niederländische Van Baerle Trio zu Gast sein. Die Leitung hat der italienische Dirigent Daniele Rustioni.   

Eine Rarität hat das 6. Sinfoniekonzert zu bieten: Zur Aufführung kommt der vom englischen Musikwissenschaftler Barry Cooper ausgearbeitete erste Satz einer von Beethoven bekanntlich nie vollendeten 10. Sinfonie. Außerdem dirigiert David Danzmayr die „Große C-Dur-Sinfonie“ von Franz Schubert sowie das Klarinettenkonzert Nr. 1 von Carl Maria von Weber mit dem Solo-Klarinettisten der Berliner Philharmoniker Andreas Ottensamer. Ivor Bolton, Artist in Residence der Philharmonie Essen in der kommenden Spielzeit, hat für das 7. Sinfoniekonzert nicht nur Anton Bruckners vierte Sinfonie im Gepäck, sondern widmet sich gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Krichel auch Mozarts Klavierkonzert Nr. 23. A-Dur.

Das 8. Sinfoniekonzert präsentiert mit zwei Suiten von Igor Strawinsky, dem Cellokonzert von Edward Elgar (Solistin: Marie-Elisabeth Hecker) und der Sinfonischen Suite „Scheherazade“ von Nikolai Rimski-Korsakow unter der Leitung von Tomáš Hanus eine reizvolle Mischung. Der große Beethoven-Interpret Rudolf Buchbinder setzt im 9. Sinfoniekonzert (Leitung: Tomáš Netopil) die Jubiläumsreise anlässlich des 250. Geburtstages mit dem fünften Klavierkonzert fort.

Und auch das 10. Sinfoniekonzert stellt Beethoven mit einem außergewöhnlichen Programm in den Mittelpunkt: Zu Gehör kommt das Originalprogramm des Uraufführungskonzertes der dritten Sinfonie. Zur „Eroica“ gesellen sich wie schon 1805 die Sinfonie Es-Dur von Anton Eberl sowie das Violinkonzert Nr. 1 des damaligen Konzertveranstalters Franz Clement – diesmal mit der Geigerin Mirijam Contzen. Die Leitung hat Reinhard Goebel. Mit Tomáš Netopil am Dirigentenpult endet die Saison schließlich mit drei sinfonischen Schwergewichten: Im 11. Sinfoniekonzert darf man sich zunächst auf Gustav Mahlers dritte Sinfonie freuen, bevor im 12. Sinfoniekonzert Pjotr I. Tschaikowskis Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“ sowie Beethovens Violinkonzert mit dem Weltklasse-Geiger Frank Peter Zimmermann auf dem Programm stehen.