v.l.n.r.: Richard Stokes (Jurymitglied sitzend), Thorsten Schmidt (Intendant des Heidelberger Frühling, Jurymitglied), Thomas Quasthoff (Juryvorsitzender), Nikola Hillebrand (1. Preisträgerin), Manfred Lautenschläger (Manfred-Lautenschläger-Stiftung,

v.l.n.r.: Richard Stokes (Jurymitglied sitzend), Thorsten Schmidt (Intendant des Heidelberger Frühling, Jurymitglied), Thomas Quasthoff (Juryvorsitzender), Nikola Hillebrand (1. Preisträgerin), Manfred Lautenschläger (Manfred-Lautenschläger-Stiftung, Stifter des Preisgeldes 1. Preis). Foto: Martin Walz

Das Lied hat neue junge Meister

Die Sängerin Nikola Hillebrand hat den Internationalen Gesangswettbewerb „Das Lied“ in Heidelberg gewonnen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 39.500 Euro vergeben.

Die 26-jährige Sopranistin Nikola Hillebrand aus Deutschland ist Siegerin des diesjährigen Internationalen Gesangswettbewerbs „Das Lied“. Neben einem Preisgeld von 15.000 Euro (gestiftet von der Manfred Lautenschläger-Stiftung) ist der 1. Preis verbunden mit mehreren Konzertauftritten bei renommierten Konzertveranstaltern und Musikfestivals sowie einer professionellen Produktion in einem Rundfunkstudio, ermöglicht durch SWR2.

Der von Gesangslegende Thomas Quasthoff gegründete Gesangswettbewerb zählt zu den wichtigsten weltweit und fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Heidelberg statt, unter dem Dach des Internationalen Liedzentrums des „Heidelberger Frühling“.  

Den 2. Preis in Höhe von 10.000 Euro teilen sich die 25-jährige Mezzosopranistin Yajie Zhang aus China und der 26-jährige Bariton Konstantin Krimmel aus Deutschland. Konstantin Krimmel erhielt ebenso den Publikumspreis in Höhe von 2.000 Euro. Der 3. Preis in Höhe von 5.000 Euro ging an den 25-jährigen Bariton Michael Rakotoarivony aus Madagaskar. Den Förderpreis in Höhe von 2.500 Euro (gestiftet vom Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.) erhielt der 26-jährige Bass-Bariton Jeeyoung Lim aus Südkorea. Als bester Pianist des Wettbewerbs und mit 5.000 Euro Preisgeld wurde in Abwesenheit der 29-jährige Pianist Matthew Fletcher aus Großbritannien ausgezeichnet.  

70 junge Sängerinnen und Sänger und 51 Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt hatten sich zur Teilnahme beworben. Davon traten nach einer Vorauswahl 25 Duos aus 21 Nationen in Heidelberg an. Zur Jury unter Vorsitz von Thomas Quasthoff gehörten die Sopranistinnen Juliane Banse und Charlotte Lehmann, Lied-Pianist Malcolm Martineau, Lied-Professor Richard Stokes, die Künstleragentin Helga Machreich sowie die Intendanten John Gilhooly (Wigmore Hall London) und Thorsten Schmidt (Heidelberger Frühling).  

Neben interessiertem Publikum besuchten auch zahlreiche Talentscouts den Wettbewerb, unter anderem vom Festspielhaus Baden-Baden, Schloss Elmau, Musikverein Graz, Hidalgo-Festival München, der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart oder aus der Schweiz, Tschechien und den Niederlanden.

Der biennale Gesangswettbewerb „Das Lied“ fand bis 2015 in Berlin statt und hat im Jahr 2017 seine neue Heimat unter dem Dach des Internationalen Liedzentrums des „Heidelberger Frühling“ gefunden, das im Februar 2016 gegründet wurde. Mit dem Wettbewerb von Thomas Quasthoff beheimatet Heidelberg neben Thomas Hampsons Lied Akademie zwei Nachwuchsförderprojekte von internationaler Strahlkraft. Ziel des Liedzentrums ist es, die Aktualität des Liedes ins Bewusstsein von Künstlern, Veranstaltern und Publikum zu rücken und neue Perspektiven zu eröffnen.

Die in München aufgewachsene deutsche Sopranistin Nikola Hillebrand ist seit 2016 im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim, wo sie in Partien wie Gilda (Rigoletto), Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Sophie (Der Rosenkavalier) und Poppea (L‘Incoronazione di Poppea) auf der Bühne steht. Gastengagements führten sie unter anderem an die Bayerische Staatsoper, wo sie als Azema in Semiramide debütierte, sowie nach Glyndebourne, als Blonde und Barbarina. Blonde sang Nikola Hillebrand auch unter Jérémie Rohrer beim Musikfest Bremen sowie mit René Jacobs bei der Mozartwoche Salzburg. Nikola Hillebrand ist Trägerin des 50. John Christie Award und bekam 2018 den Arnold-Petersen-Preis für herausragende künstlerische Nachwuchsleistung.