C. H. Graun. Bild: Mitteldeutsches Marionettentheater Bad Liebenwerda.

C. H. Graun. Bild: Mitteldeutsches Marionettentheater Bad Liebenwerda.

Den Gebrüdern Graun gewidmet

Der musikalische Reichtum der Musikkultur wird auch durch kleinere Festivals und Wettbewerbe hochgehalten. Der Gebrüder-Graun-Preis des Landkreises Elbe-Elster ist einer davon.

Das Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster und die Sparkassenstiftung Zukunft Elbe-Elster-Land laden vom 4. bis 6. November zum inzwischen 7. Internationalen Wettbewerb um den Gebrüder-Graun-Preis ein. 2013 zog es Musiker aus zwölf Ländern in den Elbe-Elster-Kreis, um ihre gesanglichen und instrumentalen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Neben der Förderung des professionellen Nachwuchses klassischer Musiker stehen bei diesem Wettbewerb vor allem auch die Pflege und Popularisierung des bisher zumeist verkannten Graun-Erbes im Fokus.

Ab sofort können sich Solisten und Ensembles aus ganz Europa und darüber hinaus bewerben, um an dem renommierten Klassik- Wettbewerb in Bad Liebenwerda/Landkreis Elbe-Elster teilzunehmen. Zugelassenes Alter der Solisten und Durchschnittsalter der Ensembles: max. 30. Jahre (Alter der einzelnen Ensemble-Teilnehmer: max. 40 Jahre). Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2016.

Neben Originalwerken der Graun-Brüder Carl Heinrich und Johann Gottlieb sowie Stücke weiterer Vertreter der Berliner Klassik sind ab diesem Jahr zusätzlich auch ausgewählte sächsische Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts zugelassen, wobei mindestens eines der präsentierten Werke von den Graun-Brüdern sein muss. Es winken Preisgelder von bis zu 2.500 € für Solisten und bis zu 5.000 € für Ensembles.

Auch für dieses Jahr haben wieder namhafte Kenner Alter Musik ihre Juri- Teilnahme bestätigt, um die Darbietungen der jungen Künstler zu bewerten: Hermann Max aus Bremen, Gründer und musikalischer Leiter der Ensembles

„Rheinische Kantorei“ und „Das Kleine Konzert“, Prof. Ludger Rémy aus Dresden, international einer der führenden Dirigenten bei der Wiederbelebung und –entdeckung älterer deutscher Musik, Wolfgang Katschner aus Berlin, Lautenist sowie Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Lautten Compagney, Prof. Dr. Christoph Henzel aus Würzburg, Autor des Graun- Werkverzeichnisses und Martin Ripper aus Berlin, der sich unter anderem durch zahlreiche CD-Einspielungen und Konzerte weltweit mit namhaften Ensembles und Orchestern auszeichnet. Wunderbar abgerundet wird diese Herrenrunde durch die rbb Kulturradio-Musikredakteurin und Moderatorin Cornelia Schönberg.

Seit 2003 findet alle zwei Jahre der Internationale Wettbewerb um den Gebrüder-Graun-Preis in Bad Liebenwerda statt – mit Ausnahme eines zusätzlichen Wettbewerbs 2014 anlässlich der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung „Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft“. Seither erfreut sich dieser Klassik-Contest bei jungen Künstlern verschiedenster Nationen, die sich für die Musik des 18. Jahrhunderts und insbesondere die der Graun-Brüder interessieren, stetig steigenden Zuspruchs.

Die Brüder Graun zählen zu den Hauptvertretern der Berliner Klassik. Geboren im kleinen Städtchen Wahrenbrück des Elbe-Elster-Kreises, wurde Carl Heinrich Graun Hofkapellmeister in der Kapelle des preußischen Königs Friedrich des Großen. Sein Bruder Johann Gottlieb Graun war am gleichen Hof Konzertmeister und Kammermusiker mit Fokus auf die Streicher des königlichen Opernorchesters. August Friedrich, der Dritte der Graun-Brüder, arbeitete als Domkantor in Merseburg.

Die Pflege des Graun-Erbes hat in der Elbe-Elster-Region eine jahrzehntelange Tradition. Die Kreismusikschule mit ihren Standorten in Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde trägt den Namen „Gebrüder Graun“ und seit 2010 ist die Graun-Gesellschaft um ihren Vorsitzenden, den Wahrenbrücker Pfarrer Michael Seifert, aktiv tätig, das Graunsche Erbe neu zu entdecken. Höhepunkte der Graun-Pflege sind schließlich die seit dreizehn Jahren regelmäßig stattfindenden Internationalen Wettbewerbe um den „Gebrüder-Graun-Preis“

Eine komplette Auflistung der zugelassenen Komponisten sowie alle weiteren Informationen zum Wettbewerb gibt es unter kulturamt@lkee.de.de oder telefonisch unter der 03535 46-5104.