Die Arcis-Vocalisten singen zweimal Orfeo in München. Foto: Germar Heinicke

Die Arcis-Vocalisten singen zweimal Orfeo in München. Foto: Germar Heinicke

Der doppelte Orfeo

Mit Glucks und Monteverdis Orfeo bieten Thomas Gropper und seine Arcis-Vocalisten Ende Mai ein attraktives Kontrastprogramm zur "Großen Oper" in der Landeshauptstadt.

Orfeos Gang durch die Unterwelt unter den Schutz der Kirche: Die zentrale Thematik des Orfeo - Liebe bis zum Tod bzw. über den Tod hinaus - Begrenztheit des Menschen gegenüber Schicksal und Sterblichkeit, macht den antiken Stoff auch aus kirchlicher Warte hoch interessant. Finden
Thomas Gropper und seine Arcis-Vocalisten. Das Publikum in der Münchner Himmelfahrtskirche ist eingeladen, sich dem anzuschließen.

In der Himmelfahrtskirche steht die große Orgel zentral in der Sichtachse des Publikums hinter Chor und Orchester. Wie in einem großen Bühnenbild ist dieses zentrale musikalische Symbol immer präsent. Die Akustik in der Himmelfahrtskirche mit nicht zu viel Hall ist geradezu ideal für Alte Musik und wird daher regelmäßig von Künstlern für Aufnahmen genutzt. So haben auch die Arcis-Vocalisten ihre CDs in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und OehmsClassics dort aufgenommen.

Bei den im Mai stattfindenden Aufführungen übernehmen der bei den Regensburger Domspatzen zunächst ausgebildete und heute überregional gefragte Countertenor Franz Vitzthum die Rolle des Orfeo in Glucks Oper und der Tenor Georg Poplutz, Schüler von Christoph Prégardien und Preisträger des Frankfurter Mendelssohn Sonderpreises, in Monteverdis Werk.

Die Münchner Sopranistin Anna Karmasin singt die Partie der Euridice. Die Sängerbesetzung setzt sich zudem aus Christian Rathgeber (Tenor), Andreas Pehl (Countertenor), Regine Jurda (Alt) sowie Raphael Sigling (Bass) zusammen, alle ausgewiesene Spezialisten und viel beschäftigt im Bereich Alte Musik.    Claudio Monteverdis L´Orfeo ist ein Meilenstein der Musikgeschichte, da das Werk als erste niedergeschriebene Oper (Dramma per musica) gilt.

Auch Glucks Orfeo ed Euridice revolutionierte die Gattung der Oper mit der Geschichte des Sängers Orpheus, der den Tod seiner Gattin Eurydike nicht hinnimmt und sie mit seiner Sangeskunst versucht zu den Lebenden zurückzuführen, jedoch scheitert. Ausgehend von Monteverdi hatte sich in Italien ein Musikstil gebildet, der die sängerische Technik über das Gefühl stellte. Gluck dagegen stellte 150 Jahre später die Emotion wieder in das Zentrum der Oper und eröffnete damit einen neuen Musikstil. Der Zuhörer hat somit in der Kombination beider Konzerte die einzigartige Möglichkeit, beide Opern in historischer Aufführungspraxis zu vergleichen.  

Die für ihre klangliche Qualität und besondere Programmgestaltung bekannten und geschätzten Arcis-Vocalisten wurden 2005 von ihrem Chorleiter Thomas Gropper gegründet und haben sich mit ihren je nach Besetzung 30 bis 80 großteils professionell ausgebildeten Sängerinnen und Sängern in der hochklassigen und vielfältigen Münchner Musikszene und darüber hinaus einen Namen gemacht.

Am Donnerstag, 25.05.2017 um 19.00 Uhr, treten die Arcis-Vocalisten unter der Leitung von Thomas Gropper mit der Oper Orfeo ed Euridice von C. W. Gluck und am Sonntag, 28.05.17 um 19 Uhr, mit C. Monteverdis L´Orfeo in der Himmelfahrtskirche München-Sendling auf.

  www.arcis-vocalisten.de