Simon Höfele. Foto: Sebastian Heck

Simon Höfele. Foto: Sebastian Heck

„Der Erfolg ist Fluch und Segen zugleich"

„Ab dem Tag, an dem ich dann meine erste Trompete aus dem Koffer geholt habe, wollte ich nichts anderes als Trompeter werden", sagt Simon Höfele. Gesagt, getan. Der 23-Jährige ist bereits sehr gefragt.

Er ist erst 23 Jahre alt und in der Musikwelt schon sehr gefragt: Simon Höfele trägt rund zwei Handvoll Preise und wird gefördert durch annähernd noch einmal so viele Stipendien. Seit 2016 ist er „SWR 2 New Talent" und zudem der einzige Deutsche, der dieses Jahr in den Genuss der europaweit überaus begehrten Förderinitiative „BBC Radio 3 New Generation Artists" aufgenommen wurde (Beginn: September 2017).

Eine steile Karriere hat Simon Höfele vorzuweisen, der um den Hype aber einen bescheidenen Bogen macht: „Der Erfolg ist Fluch und Segen zugleich", sagt er dazu in einem Interview mit dem SWR, „er bietet mir die tollsten Möglichkeiten, aber bringt auch großen Druck mit sich."

Hört man den jungen Trompeter im Konzert oder auf einer seiner Aufnahmen, spürt man von Druck jedoch nichts – was er dort zeigt, ist ein beeindruckendes Talent, das vor allem in seinen „irritierend schönen" (SWR) leisen Tönen hervortritt, und ein unbremsbares Interesse an dem, was er interpretiert. Alles fing an mit einer Dekofanfare, die in seinem Elternhaus an der Wand hing, von der sich sein täglicher neugieriger Blick als Kind nicht lösen konnte, auf der er schließlich seine ersten Töne spielte.

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie vor allem von Holzbläsern – der Vater spielt Fagott, die Mutter Flöte – prägte Höfele der warme, schillernde und oft zarte Klang dieser Instrumente, das lyrische Fagottkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart hörte er beim Hausaufgabenmachen aus dem Nebenraum genau wie scharfe Piccoloflötenstellen aus Schostakowitschs Werken, die seine Mutter übte.

Und so ist sein Spiel selten laut – „wobei das auch Spaß macht", sagt Höfele dem SWR –, ganz im Gegenteil: Die „Speerspitze des Orchesters", wie er die Trompete nennt, klingt bei Höfele am liebsten filigran, flüsternd, sanft und ruhig erzählend. Es sind die Klänge „am anderen Ende des Trompetenspektrums", die er entdecken will. „Ein schöner zweiter Satz in einem Konzert ist für mich eher das Besondere. Dort versuche ich mich auszuzeichnen."

Ende Oktober (31.10.) gibt er sein Debütkonzert mit dem Konzerthausorchester Berlin mit Alexander Arutjunjans „Konzert für Trompete und Orchester", am 31. Mai 2018 debütiert er in der Berliner Philharmonie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Weitere Konzerte spielt Simon Höfele am 11.11.2017 mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra, am 24. und 26.1.2018  mit dem SWR Symphonieorchester Stuttgart in der Liederhalle Stuttgart und am 17.3. noch einmal im Konzerthaus Berlin, dann kammermusikalisch.

Ein Werk, das Höfele besonders hervorheben möchte, ist das Konzert „Nobody Knows de Trouble I See" von Bernd Alois Zimmermann. „Die unvergleichliche Art dieses Konzertes mit dem unverwechselbaren Charakter von Zimmermann und die extreme Virtuosität machen dieses Konzert zu einem der besten Werke im Repertoire der Trompete." Höfele führt es mit drei Orchestern auf: auf Tour mit dem Landesjugendorchester BaWü (3.-8.11.17), dem Sinfonieorchester Aachen (22. und 23.4.18) und der Staatsphilharmonie Nürnberg (18. und 25.5.18).