Saleem Ashkar (links) bei Proben mit Yo-Yo Ma (rechts) und Kinan Azmeh (Mitte) in der Elbphilharmonie Ende Januar 2017. Foto: Michael Dreyer

Saleem Ashkar (links) bei Proben mit Yo-Yo Ma (rechts) und Kinan Azmeh (Mitte) in der Elbphilharmonie Ende Januar 2017. Foto: Michael Dreyer

Der Interpret, der Komponist und sein Instrument

Pianist Saleem Ashkar spielt seinen Zyklus aller Beethoven-Sonaten in Jerusalem (Ost und West), in Prag, Berlin und im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück im Rahmen des Morgenland-Festivals.

Am 26. Januar spielte er noch beim Eröffnungsfestival der Hamburger Elbphilharmonie mit Yo-Yo Ma und Kinan Azmeh, nun ist er erneut, am Dienstag, 14. Februar, um 19 Uhr zu Gast im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus: Der palästinensische Weltklasse-Pianist Saleem Ashkar spielt im Rahmen des Morgenland Festival Osnabrück das gesamte Sonatenwerk Ludwig von Beethovens an acht Abenden.

Die Beethoven-Konzertreihe vereint verschiedene Orte in Europa und Israel: So finden die Konzerte nicht nur in Osnabrück, sondern auch in Ost- und West-Jerusalem, in Prag und in Berlin statt. Ergänzt werden die Konzertabende jeweils durch Kurzfilme oder Gespräche zu Themen wie Musik und Identität, Musik und Macht, Musik und Religion. Die Konzertabende setzen sich mit Fragen auseinander, die weit über das Werk Beethovens hinausreichen.

Das fünfte Konzert der Reihe ist thematisch weniger gesellschaftlich oder philosophisch, sondern befasst sich mit dem Thema „Der Komponist und sein Instrument". Zentrales Werk ist die Hammerklaviersonate op. 106, über die der legendäre Pianist Alfred Brendel sagt: „Nach Umfang und Anlage geht die Hammerklaviersonate weit über alles hinaus, was auf dem Gebiet der Sonatenkomposition jemals gewagt und bewältigt wurde.“

Saleem Ashkar feierte sein Debüt an der New Yorker Carnegie Hall im Alter von 22 Jahren. Seither gilt er als einer der wichtigsten Pianisten seiner Generation. Ashkar ist regelmäßiger Gast bei den renommiertesten Orchestern sowie auf internationalen Festivalbühnen. Er arbeitete mit Dirigenten wie Barenboim, Mehta, Chailly und Eschenbach und mit bedeutenden Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra und der Filarmonica della Scala.

Seine CD-Produktionen für DECCA umfassen Aufnahmen beider Klavierkonzerte von Mendelsohn mit Riccardo Chailly und dem Gewandhaus Orchester sowie Beethovens 1. und 4. Klavierkonzert mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Ivor Bolton. Als Botschafter des „Music Fund“ unterstützt Ashkar Musiker und Musikschulen in Entwicklungsländern und Krisengebieten. Saleem Ashkar war Artist in Residence beim ersten Morgenland Festival Osnabrück 2005.