Singt die Lucia wegen Bänderriss aus dem Rollstuhl: Anna Virovlansky. Foto: Kirsten Nijhof

Singt die Lucia wegen Bänderriss aus dem Rollstuhl: Anna Virovlansky. Foto: Kirsten Nijhof

Der Wahnsinn auf vier Rädern

Zum Glück ist der Rollstuhl bei deutschen Operninszenierungen aus der Mode gekommen, da muss das Krankengefährt in Leipzig noch mal ran: Die Lucia könnte sonst nicht auftreten.

Anna Virovlanksy, Sängerin der Titelpartie in der Neuproduktion „Lucia di Lammermoor" an der Oper Leipzig, hat sich kurz vor der Premiere am Samstag, 26. November, einen Bänderriss zugezogen. Um die Premiere der Neuinszenierung zu retten, entschlossen sich die Regisseurin Katharina Thalbach und Anna Virovlansky für eine ungewöhnliche Lösung. Aufgrund der Verletzung, wird Virovlansky die Partie aus einem Rollstuhl singen. Unterstützt wird sie dabei von Katharina Thalbach, die als Lucias verstorbene Mutter, Virovlansky durch den Abend begleiten wird. 

Anna Virovlansky wurde in St. Petersburg geboren. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe und Auszeichnungen und 2006 von der Zeitschrift „Opernwelt" zur besten Nachwuchssängerin gewählt. Von 2011 bis 2013 war sie Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper und sang Partien wie Sophie, Pamina, Adele und Marzelline. Seitdem führten sie Gastengagements an verschiedene nationale und internationale Opernhäuser und Festivals. An der Oper Leipzig, war sie bereits als Norina in „Don Pasquale" und als Violetta in „La Traviata" zu sehen.