Das Bolschoi-Ballet macht Tanztheater. Foto: E.F etisova.

Das Bolschoi-Ballet macht Tanztheater. Foto: E.F etisova.

Der Widerspenstigen Zähmung tanzt im Kino

Shakespeares Komödie “Der Widerspenstigen Zähmung” läuft am Sonntag, 24. Januar, um 16 Uhr in zahlreichen Kinos als Ballet-Version des Bolschoi-Theaters mit Musik von Dimitri Schostakowitsch.

Das Aufeinandertreffen der Geschlechter bis zu deren Aufgehen in einer seelischen Einheit zeigt der französische Choreograf Jean-Christophe Maillot in seiner Fassung von “Der Widerspenstigen Zähmung” mit dem Bolschoi-Ballet. Anstatt eines Macho-Handbuches könne das Stück auch als ein Aufeinandertreffen zweier Naturgewalten gedeutet werden, findet der Choreograf.

Sergei Filin, Direktor des Ballets im Bolschoi-Theater und enger Freund Jean-Christophe Maillots, hat lange versucht den französischen Choreographen dazu zu bringen, ein neues Ballett, speziell für das Bolshoi Theater, zu kreieren. 

In enger Zusammenarbeit mit den Bolschoi-Tänzerinnen und Tänzern, hat Maillot die Choreographie erarbeitet und an deren spezielle Fähigkeiten angepasst. Die Idee der Zusammenarbeit, beruht auf Gegenseitigkeit. "Es ist wichtig, dass ich sie aussuche und Sie mich", sagte er den Künstlern. Ekaterina Krysanova war zu Beginn nicht für die Besetzung der Rolle Katherinas vorgesehen. Sie drängte darauf  und Maillot kreierte seine Katherina um die Künstlerin. Krysanova nannte Katherina „die Rolle ihres Lebens“

Die musikalische Entscheidung für Shostakovich fiel Maillot leicht: Für das erste Stück welches er in Russland kreierte war klar, dass die Musik russisch sein müsse. Er beschloss damit einen Schritt auf die Künstler und deren Kultur zuzugehen. “Die ausgewählten Stücke, kommen weitestgehend aus Schostakowitschs Filmmusik. Sie ergründen die groteske und satirische Natur der Arbeiten des russischen Künstlers. Die Stücke bewegen sich zwischen Einflüssen aus Freiheit und Wahnsinn. In gewisser Weise steht Katherina für Schostakowitsch. Anfangs scheinen sie sehr geheimnisvoll, verwenden dann aber Musik und Tanz als starkes Medium, um der Welt ihre frohe und überschwängliche Persönlichkeit zu zeigen.

Die Kollaboration zwischen dem Bolschoi Theater und Jean-Christophe Maillot ist der Inbegriff der Öffnung für die Moderne. Es lässt das Talent der Truppe in ganz neuem Licht glänzen, während sie für ihren Umgang mit Klassikern und ihre Achtung hierfür, schon lange bekannt sind.

Teilnehmende Kinos unter:

www.tanzimkino.de/teilnehmende-kinos/