Nils Petter Molvaer ist in Hamburg beim star Jazz Festival dabei. Bild: Nils Petter Molvaer

Nils Petter Molvaer ist in Hamburg beim star Jazz Festival dabei. Bild: Nils Petter Molvaer

Deutsch-polnische Jazzconnection

Mit dem star Jazz Festival am 12. und 13. Oktober 2018 etabliert sich ein weiteres Kleinod in der an Festivals so reichen Stadt Hamburg – und hat durch Konzept und Besetzungsliste eine Strahlkraft weit über die Stadtgrenze hinaus.

Erwachsen aus den Ideen des künstlerischen Leiters Vladyslav Sendeckis sowie in Kooperation mit der Jazz Federation Hamburg fiel im vergangenen Jahr der Startschuss für das star Jazz Festival. An zwei Tagen Ende Oktober 2017 wurde der Miralles-Saal im Hamburger Stadtteil Harvestehude mit seinen rund 400 Plätzen zum Mekka für hochkarätigen Jazz mit Fokus auf Deutschland und Polen.  

„Der verbindenden Kraft des Jazz, sein Ausdruck positiver Lebensenergie, die Grenzen überwindet, gebührt besonderes Augenmerk. Bestärkt durch den großen Publikumserfolg zum Festivalstart in 2017, freuen wir uns mit dem star Jazz Festival 2018 diese über die Grenzen verbindende polnisch-deutsche Kooperation weiterzuführen – und weiter auszubauen. Es ist uns ein großes Anliegen, uns langfristig für die Musikkultur und hervorragende musikalische Leistungen einzusetzen. Musik – und gerade der Jazz – ist eine Sprache, die über alle Landesgrenzen hinaus Menschen miteinander verbindet. Das unterstützen wir“, betont Wieslaw Milkiewicz, Geschäftsführer (CTO) der Orlen Deutschland GmbH und Pressesprecher der star Tankstellen.

Am 12. und 13. Oktober 2018 wird der Miralles-Saal des star Jazz Festivals erneut zum Schauplatz eines musikalisch konzeptionellen Highlights, das in diesem Jahr über ein rein konzertantes Jazzerleben weit hinaus geht und sich den Möglichkeiten der multimedialen Performance öffnet.  

Leitthema des diesjährigen star Jazz Festivals ist Perspektiven: Mikrokosmos - Makrokosmos. Als Ausgangspunkt dient ein einfacher Begriff, dessen Definition jedoch so variabel wie emotional bedeutsam ist, sich von kleinster Einheit bis hin zum globalen Umfang anwenden lässt: Das Land. Einzig die Sicht darauf – die Perspektive - ist das Maß der Dinge. Hierzulande, auf dem Land, außer Landes, aus aller Herren Länder, Land unter, Festland, Kontinent, Staatsgebiet, Landstrich, Ackerland, Scholle ... Ein weites Feld, ein spannungsreiches Thema.

So lädt der aus Polen stammende Vladyslav Sendecki, Komponist und Arrangeur, Pianist und künstlerischer Leiter des star Jazz Festivals, Künstler aus seinem direkten Umfeld der Hamburger Jazz- und Klassik-Szene, sowie europa- und weltweit renommierte Musiker in seine Wahlheimat Hamburg ein. Seine für das Festival entstandenen Kompositionen ziehen sich durch das zweitägige Konzertgeschehen – bieten zugleich Klammer und Freiraum für entstehende Interaktionen und Improvisation von und mit seinen Gästen.        

Den Auftakt bilden Maciej Obara (alt-, tenorsax) und Dominik Wania (p), zwei Musiker aus Polen mit kraftvollem und fassttenreichem Zusammenspiel. Weiterer Programmpunkt am ersten Festivaltag ist das zu diesem Anlass von Vladyslav Sendecki ins Leben gerufene multimediale Projekt Motion Ensemble of Hamburg. Hier vereinen sich lokale Bläser und Streicher, die gemeinsam mit Reiner Winterschladen (trp), Jürgen Spiegel (dr, perc) und Vladyslav Sendecki (p, rhodes, seaboard) auf die Bühne gehen. Der Klangkörper interagiert mit den Bildern des von Dokumentarfilmer Timo Grosspietsch kreierten Films Land – es unterstreicht mit grenzüberschreitenden Klängen aus Jazz, Klassik, Neuer Musik und Elektronics die bildpoetische Erzählung in Detail- und Weitwinkelperspektive dieser Dokumentation.

Am zweiten Festivaltag gehts in den Club of Continents. Mit den geladenen Musikern Saliou Cissokho (kora, kalabass) aus Afrika, Guo Yazhi (woodwinds) aus China/U.S.A., Nils Petter Molvaer (trp, electronix) aus Norwegen, Mino Cinelu (perc) aus Frankreich/U.S.A./Martinique und Gastgeber und Leiter des Ensembles Vladyslav Sendecki (p, seabord, electronix) aus Polen/Deutschland betritt eine ungewöhnliche Künstlerriege gemeinsam die Bühne. In dieser Konstellation, geeint durch Kreativität, gegenseitigen Respekt und die Lust am gemeinsamen Schaffensprozess, lassen sie Grenzen vergessen und laden ein zu einem faszinierenden musikalischen Abenteuer. Ein Parforceritt komplexer Rhythmen, magischer Soundcollagen, virtuoser Improvisationen auf der Basis tiefen musikalischen Verstehens wartet auf das Publikum – und die Akteure!   Beide Konzerttage werden vom Medienpartner der Veranstaltung, NDR Jazz, mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt auf NDR Info ausgestrahlt.