Götz Friedrich, 1981 - 2000 Intendant der Deutschen Oper Berlin. Foto: Kranichphoto

Götz Friedrich, 1981 - 2000 Intendant der Deutschen Oper Berlin. Foto: Kranichphoto

Deutschsprachige Opernkonferenz übernimmt Preis

Da die Stiftungsgelder derzeit kaum oder keine Zinsen mehr abwerfen, übernimmt die Deutschsprachige Opernkonferenz die Verleihung und Organisation des Götz-Friedrich-Preises für Opernregie.

Der renommierte Götz-Friedrich-Preis für Opernregie hat seit 20 Jahren mit Preisträgern wie Franziska Severin, Stefan Herheim, Sebastian Baumgarten, Benedikt von Peter, Elisabeth Stöppler und jüngst Yuval Sharon oder Mizgin Bilmen eine Reihe junger Opernregisseure ausgezeichnet, deren Karriere durch den Preis einen Anstoß bekommen hat.

Der Regisseur Götz Friedrich (1930-2000), Intendant der Deutschen Oper Berlin ab 1981, hatte den Preis gestiftet, um besonders Begabten unter dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Die lange Zeit der niedrigen Zinsen bringt Stiftungen jedoch in Schwierigkeiten: Wenn das Stiftungskapital nichts mehr abwirft, können weder Preisgelder noch die notwendigen Reisen der Jurymitglieder bezahlt werden. Die Deutschsprachige Opernkonferenz – der Zusammenschluss der großen Häuser im deutschsprachigen Raum – hat sich daher entschlossen, die Finanzierung des Götz- Friedrich-Preises zu übernehmen.

Als Preis der Deutschsprachigen Opernkonferenz wird er in Zukunft in zweijährigem Rhythmus von einer Jury aus vier Opernintendanten unter Vorsitz von Bernd Loebe von der Oper Frankfurt vergeben. Weitere Jurymitglieder sind Andreas Homoki von Opernhaus Zürich, Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin und Christoph Meyer von der Deutschen Oper am Rhein. Fünftes Mitglied der Jury ist der neue Geschäftsführer des Götz-Friedrich-Preises, Bernd Feuchtner. Junge Regisseurinnen und Regisseure können sich ab sofort bewerben.

Den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Götz-Friedrich-Stiftung für die Spielzeit 2016/17 bekam Mizgin Bilmen für ihre Inszenierung von Marc-André Dalbavies Oper „Charlotte Salomon“ (eine deutsche Erstaufführung) am Theater Bielefeld. Den Studio-Preis, dotiert mit 2.500 Euro, erhielt Anna Drescher für die Inszenierung von Udo Zimmermanns „Weisse Rose“ am Theater Orchester Biel Solothurn.

www.goetz-friedrich-preis.de