Das Calmus Ensemble eröffnet die Musikwoche Hitzacker. Foto: Irene Zandel

Das Calmus Ensemble eröffnet die Musikwoche Hitzacker. Foto: Irene Zandel

Die dunkle Seite der Musik

Die Musikwoche Hitzacker unter Leitung von Albrecht Mayer startet mit Nachtgedanken, die das Ensemble Calmus musikalisch und die Schauspielerin Sunnyi Melles verbal formulieren.

Gleich zum Auftakt der 32. Musikwoche Hitzacker verleiht das Festival seinem diesjährigen Thema „Nachtstücke" vielerlei Gestalt - im Rezitationskonzert „Nachtgedanken" mit dem Calmus Ensemble und der Schauspielerin Sunnyi Melles (2. März). An diesem Abend wechseln sich Musik und gesprochenes Wort ab. Die Texte im vom Leipziger Vokalquintett „Calmus Ensemble" gemeinsam mit der Schriftstellerin Elke Heidenreich gestalteten Programm werden in Hitzacker von Sunnyi Melles vorgetragen. Die Schauspielerin vertieft in ihren Rezitationen die Dialoge von Tag und Nacht, macht knappe Texte aus Ludwig Tiecks „Wunder der Liebe" bis zu Gabriele Wohmanns kindlich anmutender „Mondfahrt" lebendig und schwelgt in Erich Kästners einst skandalösem „Nachtgesang des Kammervirtuosen" – ein lyrischer, zugleich üppiger Auftakt dieser Musikwoche. 

Zwei milde, am Lied des 16. Jahrhunderts orientierte Sätze von Christian Lahusen markieren Anfang und Ende des Rezitationskonzerts. In diesem Spannungsbogen erklingt im Laufe des Abends Chormusik, die für die Träger des ECHO-Preises in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen" komponiert oder – wie bei den „Fünf Liebesliedern" von Fritz Kreisler – von Countertenor Sebastian Krause für sein Calmus Ensemble eingerichtet wurde. 

Mit dem Schwerpunktthema „Nachtstücke“ wird in diesem Frühjahr in Hitzacker die Reihe musikalischer Prorgammideen fortgesetzt, die bereits mit „Pastorale“ und „Fantasien“ im Zentrum der vergangenen beiden Festivals standen. Der Berliner Oboist Albrecht Mayer wird die Musikwoche vom 2. bis 11. März 2018 zum dritten Mal leiten. Mit dem Dramaturgen und künstlerischen Planer Markus Bröhl bringt er mit dem Programm der 32. Musikwoche die Vielschichtigkeit von „Nachtstücken“ in musikalischer Hinsicht zur Geltung. Dabei werden Werke aus Renaissance, Barock, Klassik und Romantik genauso erklingen wie solche der klassischen Moderne und zeitgenössischer Komponisten.

Auf dem Festivalprogramm stehen unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ und Robert Schumanns „Nachtstücke für Klavier op. 23“ nach den gleichnamigen Erzählungen E.T.A. Hoffmanns. Auch Nocturnes von Gabriel Fauré und Frédéric Chopin werden erklingen. Jörg Widmanns atmosphärisches „Nachststück“ sowie Esa-Pekka Salonens „Nachtlieder“ für Klarinette und Klavier werden zeigen, wie Komponisten unserer Zeit das Genre behandeln. Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ bilden einen weiteren Höhepunkt des Festivals.  

Erneut werden herausragende und hoch gelobte Künstler die kommende Musikwoche mit ihren  bereichern. Unter ihnen sind die Klarinettistin Annelien Van Wauwe, der Cellist Maximilian Hornung, der Cembalist Vital Julian Frey, die Pianisten Adam Laloum und Evgenia Rubinova sowie das  Kuss Quartett. Zudem wird mit dem NDR Kammerorchester, bestehend aus Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie Orchesters, ein Klangkörper der Spitzenklasse in Hitzacker erstmalig gastieren. 

www.musikwoche-hitzacker.de