Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis. Foto: DG/Stefan Höderath

Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis. Foto: DG/Stefan Höderath

Die glänzende Anne-Sophie Mutter

Gerade hat sie sich von den Mächtigen dieser Welt in Davos auszeichnen lassen, da geht es für Anne-Sophie Mutter zu einer weiteren Stätte, an der der Glanz zu Hause ist: ins Festspielhaus Baden-Baden.

Wenn das Weltwirtschaftsforum in Davos einen Award für den Einsatz für eine bessere Welt vergibt, dann mag das manch einen erstaunen. Anne-Sophie Mutter hat den Award angenommen, und geht nun wieder dazu über, das zu tun, was sie mit einmaliger Schönheit kann, unabhängig von allen moralischen Kategorien: Geige spielen.

Dem Festspielhaus Baden-Baden ist die große Violinistin seit seiner Gründung im Jahr 1998 treu verbunden. Mit insgesamt drei Konzerten ist sie in der Saison 2016/2017 an der Oos zu erleben. Bei ihrem zweiten Konzertabend am Samstag, 28. Januar 2017, um 18 Uhr stehen drei Violinsonaten im Zentrum ihres Rezitalprogrammes, das sie gemeinsam mit ihrem langjährigen Piano-Partner Lambert Orkis bestreitet.

Im Dezember 1988 gaben sie ihren ersten Duo-Abend in den USA, ihren ersten Auftritt im Festspielhaus hatten sie 1998 bei den Sommerfestspielen. Mit großer Leidenschaft, einer gewissen Abenteuerlust und Neugierde auch auf musikalisches Neuland widmen sich Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis dem großen Repertoire für Violine und Klavier, das sie für sich und für ihr Publikum ständig erweitern.

Das Grammy-gekürte Duo spielt Werke aus allen Epochen, mehrere davon hat es uraufgeführt, vieles gemeinsam eingespielt. Im Festspielhaus kombinieren die Musiker modernes mit populärem: Saint-Saens berühmtes „Rondo capriccioso“ op. 28 von 1863 ist bei vielen Rundfunkkonzerten beliebt und lässt die Solistin ihre unvergleichliche Virtuosität ausspielen. 

Ravels Violinsonate in G-Dur von 1927, eine der bedeutendsten überhaupt, ist da vom anderen Kaliber: Doch auch sie liebt das populäre Maskenspiel und porträtiert im Mittelsatz einen Blues. Die Sonate von Poulenc entstand 1943 im von Deutschen besetzten Paris. Statt pathetisch zu klagen, hat Poulenc im Werk das „Tea for two“ versteckt – das der amerikanische Schlager damals verboten war, macht das Zitat umso witziger. Beide, Poulenc wie Ravel, beziehen sich auf Mozart, der von Takt zu Takt zwischen Witz und Ernst wechselt. Mozarts einflussreiche Violinsonate in A-Dur werden Anne-Sophie Mutter und Pianist Lambert Orkis ebenfalls aufführen.