Partnerland der jazzahead! wird 2018 Polen sein. Foto: Jan Rathke / Messe Bremen

Partnerland der jazzahead! wird 2018 Polen sein. Foto: Jan Rathke / Messe Bremen

Die jazzahead! mit deutlichem Wachstum

Die Fachmesse jazzahead! und das angegliederte Festival sorgten in Bremen für volle Konzertsäle und einen Teilnehmerrekord bei Ausstellern und Fachteilnehmern aus 60 Nationen. Mit rund 17.600 Besuchern allein bei Messe und Konzertprogrammen am vergangenen Wochenende ist das Publikum erneut gewachsen.

Genau 1.356 ausstellende Firmen (969 waren es 2016) und 3.169 Fachteilnehmer (2016: 2.742) besuchten die jazzahead! Fachmesse. Schon am ersten Abend der Messe führten die gestiegenen Teilnehmerzahlen zu vollen Konzertsälen bei der Finnischen Nacht. „Der Donnerstag wurde als Messetag stärker angenommen als bisher, bereits kurz nach Messebeginn füllten sich Stände und Gänge merklich.“, so der Geschäftsführer der Messe Bremen Hans Peter Schneider.

Die Showcase-Konzerte am Freitag- und Samstagabend waren komplett ausverkauft, selbst die Konzerte am jeweiligen Nachmittag ließen zum Teil nur ein paar wenige Sitzplätze frei. Uli Beckerhoff, aus dem künstlerischen Leitungsteam der jazzahead!, hatte Gelegenheit, sich mit Bands des Showcase-Festivals auszutauschen und sagt: „Alle Bands der Showcase-Konzerte, mit denen ich gesprochen habe, waren überwältigt vom Publikumszuspruch, sowohl mengenmäßig als auch von der ungeheuer positiven Resonanz auf ihre Musik."

Auch die jazzahead! clubnight bewegte mehr Besucher als im Vorjahr. Mit einem deutlichen Besucherzuwachs von über 16% zählte das Programm der 40 Spielstätten insgesamt 7.562 Besucher, rund 1.000 mehr als 2016. Vor allem einige zentral gelegene Spielstätten wirkten dabei als Besuchermagneten.

Zum Auftakt der Messe stand in diesem Jahr ein ganztägiges Symposium zum Thema „Improvisation und Jazz für Kinder“ auf der Agenda, zu dem rund 80 Musiker, Pädagogen, Musikvermittler, Veranstalter und Verbände aus dem Bundesgebiet kamen. „In Vorträgen und Gesprächsrunden wurde eindeutig die Notwendigkeit formuliert, das Thema weiter zu vertiefen und langfristig zu institutionalisieren.“, sagt jazzahead! Projektleiterin Sybille Kornitschky. Die jazzahead! verstehe dieses Bedürfnis als Auftrag und sucht für die Zukunft Projektpartner aus dem Bundesgebiet für die Ausgestaltung weiterer Fachtagungen zu diesem Thema.

Nach einem erfolgreichen Finnland-Fokus wurde der Staffelstab am Sonntagmorgen weitergegeben: Polen wird 2018 im Mittelpunkt der internationalen Messe und des stadtweiten Festivals stehen. Zum ersten Mal präsentiert die jazzahead! damit ein Land aus den östlicheren Regionen Europas als Partnerland. Michał Hajduk vom Adam Mickiewicz Institute läutete das Partnerland mit folgenden Worten ein: „Jazz als Genre nahm seine Anfänge im Durchbruch der polnischen Freiheitsbewegungen. Jazz ist eher in den Untergrund gewandert, wo er zum Synonym einer Sprache der Freiheit wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass, trotz widriger Bedingungen, eines des ersten Jazzfestivals in Europa in Polen veranstaltet wurde. Das Internationale Jazz Festival Sopot 1956 zählte über 50.000 Besucher. Seitdem ist der polnische Jazz Vorreiter einer unabhängigen, dynamischen und mutigen Szene, die alles reflektiert, was kühn, ehrgeizig und innovativ ist. Wir fühlen uns sehr geehrt, dieses Potenzial der zeitgenössischen polnischen Jazzszene in Bremen zu zeigen.

Wer die 40 Showcase-Konzerte nicht sehen konnte oder sie noch einmal erleben möchte, kann sämtliche Videoaufzeichnungen auf der jazzahead!-Webseite und einige der Konzerte, die im Kulturzentrum Schlachthof mitgeschnitten wurden, bei ARTE Concert sehen.