Nach tierischen Fantasien nun die reine Liebe - Salut Salon geht wieder auf Tour. Foto: Thomas Meyer

Nach tierischen Fantasien nun die reine Liebe - Salut Salon geht wieder auf Tour. Foto: Thomas Meyer

Die Triebfeder schlechthin für Kreativität

„Le Figaro“ würdigte Salut Salon als „das ungewöhnlichste und urkomischste Frauenquartett im Reich der Klassik." Im neuen Programm lassen die vier diese Fähigkeiten der Liebe angedeihen.

Zwei Jahre lang waren Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Geige), Anne-Monika von Twardowski (Klavier) und Sonja Lena Schmid (Cello) als Quartett "Salut Salon" mit „Ein Karneval der Tiere und andere Phantasien“ in Deutschland, Europa und transatlantisch auf Tour, unter anderem in Frankreich, Italien, den USA, in Brasilien, Südkorea, Indien und zuletzt in Israel.

Für ihre CD „Carnival Fantasy“ (Warner Classics) erhielten sie den ECHO Klassik 2016 in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“. Die ARD Tagesthemen widmeten dem Quartett einen eigenen Kulturbericht: „Salut Salon sorgt auf seiner Frankreichtournee an jedem Abend für ausverkaufte Säle und für beseelte Gesichter“, die französische Zeitung „Le Figaro“ würdigte Salut Salon als „das ungewöhnlichste und urkomischste Frauenquartett im Reich der Klassik“, und die Reporterin der New York Times nannte den „Wettstreit zu viert“ – die instrumental-akrobatische Adaption von Vivaldis „Sommer“, die auf YouTube mittlerweile über 22 Millionen Mal angeklickt wurde – „ein Meisterwerk der klassischen Comedy“.

Und jetzt ein ganzer Abend über die Liebe ... Die Idee kam den Musikerinnen im Dezember 2015 in Paris. „Wir waren auf dem Weg zum Konzert und fuhren im Taxi durch die Stadt“, erinnert sich Sonja Lena Schmid, „wie immer mit vier Koffern, zwei Geigen und dem Cello.“ Als eine von ihnen sagte: „Lasst uns einen Abend über die Liebe machen!“, waren alle vier sofort Feuer und Flamme. „Für mich ist die Liebe die Triebfeder schlechthin für kreatives Schaffen“, sagt Iris Siegfried.

19 Monate später spielen Salut Salon in ihrem Programm "Liebe" das Sujet musikalisch aus und nehmen das Ganze am Ende – wie sollte es anders sein – mit Humor. Virtuos gehen die ECHO-Preisträgerinnen über Genre-Grenzen hinweg: Sergej Prokofiev lässt Romeo und Julia streiten, Astor Piazzolla beschwört mit seinem „Libertango“ die Freiheit der Liebe und im berühmten „La Follia“-Thema (wörtlich: „Wahnsinn“) treffen sich bei Salut Salon Wahnsinn und Liebe in einem ganz eigenen Zyklus aus Musik von Carl Phillip Emanuel Bach und Antonio Vivaldi über Sergej Rachmaninow bis hin zu selbst komponierten Variationen.

Salut Salon verhelfen zwei singenden Sägen zum Liebesduett und singen selbst in ihren eigenen Chansons vom tieferen Sinn der Liebe. Sie stellen Fragen – „Wie tief kann man lieben, ohne aufzutauchen?“ –,geben vermeintliche Antworten (angelehnt an Erich Frieds berühmtes Gedicht) „Es ist, was es ist...“, werden melancholisch mit „Ich hab’ dich viel zu lieb“, einem alten jüdischen Tango, den Salut Salon auf Plattdeutsch singen, und persiflieren berühmte Liebeslieder der Popgeschichte mit Songs von Marylin Monroe bis Herbert Grönemeyer. Auch Puppe Oskar hat im neuen Programm wieder einen großen Auftritt. Der einzige Mann im Ensemble verführt mit Ludwig van Beethovens Adaption von „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ und Wolfgang Amadeus Mozarts „Là ci darem la mano“ („Reich mir die Hand mein Leben“) die Cellistin.