Bild: Kurt Weill Fest Dessau.

Bild: Kurt Weill Fest Dessau.

"Die Welt neu denken"

Das Kurt Weill Fest in Dessau im kommenden März erinnert an den Mut zu Erneuerung, der gleichermaßen vom Namensgeber wie vom Bauhaus ausging.

Im März 2019 bringt das Kurt Weill Fest in 48 Veranstaltungen wieder Musik in Theater, Kirchen, historische Stätten, Museen und an ungewöhnliche Orte von Dessau-Roßlau über Magdeburg, Halle (Saale) und Wörlitz. Zu Gast sind u. a. Ute Lemper, Katja Riemann, Frank London, Katharina Thalbach, Nils Landgren, Karl-Heinz Steffens, Helen Schneider, Klangkörper wie das MDR-Sinfonieorchester, die Anhaltische Philharmonie Dessau und das Swing Dance Orchestra unter der Leitung von Andrej Hermlin sowie Instrumental- und Vokalensembles.

Ein wichtiger Bestandteil in der Programmgestaltung des Kurt Weill Festes ist die Mitwirkung von Nachwuchskünstlern wie beispielsweise des Duo con:trust, Duo Gurfinkel, des Jugendjazzorchesters Sachsen-Anhalt und der Studierenden der HMT Leipzig. Mit dem Motto „Mut zu Erneuerung“ wirft das Festival im Bauhaus-Jahr 2019 ein Schlaglicht auf 100 Jahre „Die Welt neu denken“. Gleichzeitig wird nicht vergessen, dass Kurt Weill hauptsächlich für die Bühne gearbeitet hat: Die Eröffnungsrevue „Wanted“ mit Dagmar Pecková und die Wiederaufnahme der gefeierten Dreigroschenoper im Anhaltischen Theater Dessau zollen dem Tribut. Das vor 90 Jahren uraufgeführte Erfolgsstück zeigt, wie Weill im musikalischen Theater die Avantgarde bildete, die auf dem Feld von Formgestaltung, Architektur und Malerei die Bauhaus-Meister prägten. Dabei gilt auch heute, dass Erneuerung und kreatives Denken die Garanten einer dynamischen Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens sind, das sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss.

In neuen oder bereits bekannten Spielstätten wie der Großgarage Süd Halle (Saale), der Bauhaussiedlung Törten-Dessau, dem Technikmuseum „Hugo Junkers“ Dessau, der Werkshalle der Vetter Möbelbau GmbH präsentiert das Festival eine dreiteilige „Spurensuche“ zur kulturellen Vielfalt in der klassischen Moderne und darüber hinaus in Sachsen-Anhalt. Die Reihe „Neues Hören durch Sehen“ verbindet auf eine bisher beim Festival nie dagewesene Weise Musik, Lichtgestaltung und Architektur und zeigt das Streben der Moderne, diese Künste zu einem großen Ganzen zu verweben. So treffen Musiker und Lichtdesigner im Bauhaus und im DB-Werk Dessau in unterschiedlichen Besetzungen aufeinander, um der Wechselwirkung von Farbe und Klang und der Faszination der Synästhesie nachzuspüren. Doch ist es nicht nur das Zusammenwirken von Farbe und Klang, das die Aufführung des Prométhée im DB-Werk zum Gipfelpunkt der Reihe kürt. Es ist auch der geistige Entwurf einer Einheit von Kunst und Technik in Weills Konzert-Suite Trains Bound for Glory (Deutsche Erstaufführung).

Rund um die Konzerte ermöglichen Führungen, Nachwuchskonzerte und die Ausstellung „Kleinwohnung, Modehaus, Kraftzentrale. Neues Bauen und neues Leben im Halle der 20er Jahre“ des Stadtmuseums Halle (Saale) das Motto des Festivals näher kennenzulernen. „Das Kurt Weill Fest ist ein besonderes Ereignis für die Region. Es kann so erfolgreich arbeiten und tolle Künstler präsentieren, da es starke Förderer, Partner, Sponsoren und Kooperationspartner hat. Ein Ereignis, das weit mehr als ein reines Musikfestival ist, sondern vielmehr die pluralistische Gesellschaft und Vielfalt in der Kunst widerspiegelt“, so der Sprecher des Intendanz-Teams Gerhard Kämpfe.

www.kurt-weill-fest.de