Lukas Beikircher. Foto: Michael Dannemann

Lukas Beikircher. Foto: Michael Dannemann

Doppelspitze am Tiroler Landestheater

Der Südtiroler Lukas Beikircher, seit der Spielzeit 2013/14 in verantwortungsvoller Position an der Deutschen Oper am Rhein engagiert, wird der Musiktheatersparte des Tiroler Landestheaters als Chefdirigent musikalisch vorstehen.

Die Tiroler Landestheater Innsbruck bestellt zum Saisonbeginn 2019/20 zwei neue Chefdirigenten. Nach sorgfältiger Suche stehen nun zwei Persönlichkeiten fest, die im bereits bewährten Modell einer Doppelspitze ab September 2019 dem Tiroler Landestheater bzw. dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck als Chefdirigenten zur Verfügung stehen werden. Der 2017 mit 25 Jahren zum besten Nachwuchsdirigenten beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele gekürte Brite Kerem Hasan übernimmt die Position des Chefdirigenten im Konzertbereich des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. In der vergangenen Saison begeisterte das von ihm verantwortete 2. Symphoniekonzert. Er übernimmt schon in der diesjährigen Spielzeit eine wichtige Rolle und wird das Neujahrskonzert 2019 dirigieren.

Der Südtiroler Lukas Beikircher, seit der Spielzeit 2013/14 in verantwortungsvoller Position an der Deutschen Oper am Rhein engagiert, wird der Musiktheatersparte des Landestheaters als Chefdirigent musikalisch vorstehen. Zuletzt hatte er in Innsbruck die Musikalische Leitung bei Wagners Rienzi inne und wird in der aktuellen Saison die Oper Don Giovanni dirigieren. Hoch erfreut zeigen sich Intendant Johannes Reitmeier und der kaufm. Direktor Dr. Markus Lutz: „Wir sind sehr glücklich, dass es gelungen ist, zwei so unterschiedliche und gleichermaßen erfolgreiche Künstler an uns zu binden. Kerem Hasan ist ein hochtalentierter junger Dirigent am Beginn einer vielversprechenden Karriere, während mit Lukas Beikircher ein Maestro mit einem reichen Schatz an Erfahrung verpflichtet wurde.“

Auch die Musikerinnen und Musiker unseres Orchesters sehen der Zusammenarbeit mit großen Erwartungen entgegen und freuen sich auf neue künstlerische Impulse. Kerem Hasan, 1992 in London geboren, studierte Klavier und Dirigieren am Royal Conservatoire of Scotland und in Weimar und ist derzeit Student von Johannes Schlaefli in Zürich. Er ist Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates, bei der Solti Foundation, von ABRSM und Help Musicians UK. Mit dem Gewinn des Nestlé und Salzburg Festival Young Conductors Award legte Kerem Hasan im August 2017 den Grundstein für eine vielversprechende internationale Karriere. Im August 2018 kehrte Kerem Hasan nach Salzburg zurück, um hier das ORF Radio-Symphonieorchester Wien im Rahmen der Salzburger Festspiele zu leiten. Weitere Höhepunkte der Spielzeit 2018/19 sind seine Debüts mit dem Danish National Symphony Orchestra, Filarmonica Teatro La Fenice, MDR Sinfonieorchester, Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken, New Japan Philharmonic, Royal Liverpool Philharmonic und Netherlands Radio Philharmonic. Er ist u.a. zu Gast beim Brucknerorchester Linz, Staatstheater Darmstadt, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Noord Nederlands Orkest, Orchestra della Toscana und beim Odense Symphony Orchestra. 2016 wurde er Finalist beim Donatella Flick Wettbewerb, bei dem er das London Symphony Orchestra dirigierte. Kurz darauf wurde ihm die Position des Associate Conductor an der Welsh National Opera zuerkannt. 2017 arbeitete er erneut mit dem London Symphony Orchestra zusammen, außerdem u. a. mit der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Orchestra da Camera di Mantova und dem St. Petersburg Symphony Orchestra. Bisherige Auftritte führten ihn nach Meiningen, Oviedo und zum Musikkollegium Winterthur. Er debütierte bei der Royal Northern Sinfonia, beim Tonhalle-Orchester Zürich, dem BBC Scottish Symphony Orchestra und den Festival Strings Lucerne. Meisterkurse absolvierte u. a. bei Haitink, Zinman, Noseda und Salonen. Er assistierte Vladimir Jurowski beim London Philharmonic Orchestra und Bernard Haitink in München beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 2016 wurde ihm in Aspen der Robert J. Harth Dirigentenpreis verliehen, der ihm erlaubte, 2017 als Conducting Fellow nach Aspen zurückzukehren. 

Der in Bruneck geborene Lukas Beikircher studierte Klavier und Komposition in München und absolvierte anschließend ein Dirigierstudium in Dresden. Währenddessen assistierte er Sir Colin Davis und Hartmuth Haenchen an der Oper Amsterdam und erhielt einen Kompositionsauftrag der Philharmonie Köln.Nach seinem ersten Engagement als Korrepetitor am Staatstheater Braunschweig wurde er Principal Conductor der Stichting Internationale Operaproducties Holland. Es folgte ein Engagement als Erster koordinierter Kapellmeister am Staatstheater Darmstadt. Von 2010 bis 2012 war Lukas Beikircher kommissarischer Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz. In beiden Häusern dirigierte er ein breites Repertoire. Darüber hinaus gastierte er an Häusern im In- und Ausland, u. a. in Krakau, Brügge, Chemnitz, St. Gallen, Innsbruck (Ein Walzertraum) und Bern. Mit verschiedenen Orchestern gab er Konzerte in Rotterdam, Den Haag, in der Berliner Philharmonie, der Laeiszhalle Hamburg, der Philharmonie München, der Glocke Bremen und im Münchner Herkulessaal. Seit 2013/14 ist Lukas Beikircher Erster Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein, wo er zunächst die Musikalische Leitung von Don Giovanni und La Traviata übernahm. Dirigate von Werken wie u. a. Die Walküre, Der fliegende Holländer, Arabella, Brittens Death in Venice, Rigoletto, Un ballo in maschera, Don Carlos, Massenets Werther, Der Ring an einem Abend, Zemlinskys Der Zwerg und nicht zuletzt die Uraufführungen einiger Kinderopern zeigen die Bandbreite von Lukas Beikircher.