Oper Bonn, Archivbild.

Oper Bonn, Archivbild.

Doppeltes Beethovenfest im Jubiläumsjahr

Zum Jubiläumsjahr 2020 bietet das Beethovenfest Bonn neben seiner traditionellen Spielzeit im Herbst eine zweite, mit prominenten Orchestern besetzte Saison im Frühjahr an.

Unter der Intendanz von Nike Wagner lädt das Beethovenfest Bonn alljährlich zu drei Wochen alter, klassischer und neuer Musik. Im Mittelpunkt des Festivals stehen die Werke Beethovens sowie musikalische und künstlerische Werke, die dem Geist Beethovens bis in die heutige Zeit verpflichtet sind. Mit international renommierten Künstlern, Ensembles und Produktionen verwandelt das Beethovenfest die Stadt Bonn in einen Treffpunkt von Musikliebhabern aus aller Welt.     

13.- 22. März 2020: Symphonien-Zyklus

Im März 2020 wird der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis einen Zyklus aller neun Symphonien Ludwig van Beethovens in Bonn präsentieren, zusammen mit »seinem« Orchester musicAeterna der Oper Perm, die Currentzis seit 2011 leitet: An fünf Abenden also »alle Neune«. Aber keineswegs der Reihe nach. Der revolutionären Dritten stellt Currentzis die ebenfalls schon wegweisende Erste an die Seite, die gradlinige Zweite wird gegen das überbordende Pathos der Fünften ihren klassischen Charakter offenbaren, die idyllische Vierte dient dazu, die entfesselten Kräfte der »Pastorale« abzufedern, untrennbar scheinen die heitere Achte und die rhythmisch-markante Siebte. Ganz alleine schließlich und mit namhaften Solisten erklingt die Neunte.    

Europäischer Zyklus

Fünf bedeutende europäische Komponisten der Gegenwart waren gebeten worden, auf ein Beethoven-Werk ihrer Wahl mit einer neuen Komposition zu reagieren. Fünf exemplarische Werke sind entstanden, jeweils mit Beethoven »im Hinterkopf«. Auf ihre Weise bilden diese neuen Werke nun selber eine Reihe, die uns über den Stand des Komponierens im Europa unserer Tage unterrichtet. Im Beethoven-Jubiläumsjahr werden diese fünf Werke nun in enger zeitlicher Abfolge erklingen. Dafür sorgen fünf Orchester aus den jeweiligen Herkunftsländern der Komponisten, große Ensembles aus Österreich, Frankreich, Italien, Deutschland und Russland. Und weil sie in unserer neuen Frühjahrs-Saison spielen – und in den März der Todestag Beethovens fällt –, fügen wir große späte Werke der »alten« Meister hinzu, ebenfalls länderspezifisch. Mozart ist mit seinen beiden letzten Symphonien dabei, mit der »Symphonie fantastique« von Hector Berlioz erklingt das große musikalische Künstlerepos der Romantik, in Verdis Chorzyklus »Quattro Pezzi Sacri« geht es um letzte Dinge, und von Brahms und Tschaikowsky kommen die letzten Symphonien zu Gehör.   

Sonderkonzert im Kölner Dom

Eine Begegnung der besonderen Art wird das Konzert mit Kent Nagano und Concerto Köln am 21. August 2020 im Kölner Dom mit Beethovens Missa Solemnis op. 123 und dem Gesang der Jünglinge von Karlheinz Stockhausen. Der Eintritt ist frei. Zählkarten sind erforderlich, um den Dom zu betreten. Zählkarten sind wie reguläre Tickets frühestens ab Anfang 2020 über BonnTicket, alle Vorverkaufsstellen oder online erhältlich.      

4.-27. September 2020: Symphonische Höhepunkte

Symphonische Höhepunkte setzt das Beethovenfest Bonn 2020 durch namhafte Orchestereinladungen beispielsweise an das Bayreuther Festspielorchester, das Pittsburgh Symphony Orchestra mit Anne-Sophie Mutter, das Kammerorchester Basel das Ungarische Nationalorchester oder die Academia di Santa Cecilia mit Sir Antonio Pappano und Igor Levit als Solisten. 

Leonore

Im Festivaljahrgang 2020 wird ein dramaturgischer Schwerpunkt auf dem Opernstoff der Leonore liegen. Neben einer Fidelio-Produktion des Theaters Bonn erwartet das Publikum drei Opern der Beethoven-Zeitgenossen Pierre Gaveaux, Fernando Paër und Johann Simon Mayr, die ebenfalls Leonoren-Opern geschrieben haben. Das Salzburger Marionettentheater ergänzt diese Reihe um einen »Fidelio en miniature« als Puppenspiel.  

Alle Neune

Alle Symphonien Beethovens in den Klavierfassungen von Franz Liszt stellen einen besonderen Kontrapunkt zu dem Symphonienzyklus im März 2020 dar. Im September 2020 lädt das Beethovenfest Bonn zu einem Treffen von Pianisten. Sie werden die neun Symphonien unter sich aufteilen. Da ist Boris Bloch, der in Odessa geboren wurde und inzwischen in seiner Wahlheimat Deutschland lebt, Konstantin Scherbakov, bekannt geworden als Gewinner des polnischen Chopin-Wettbewerbs, außerdem Hinrich Alpers und der französisch-zypriotische Pianist Cyprien Katsaris, in dessen Repertoire Liszt seit jeher eine Sonderstellung einnimmt.