Einer von vielen hervorragenden ECM-Künstlern: Dominic Miller. Foto: Reiner H. Nitschke/FONO FORUM

Einer von vielen hervorragenden ECM-Künstlern: Dominic Miller. Foto: Reiner H. Nitschke/FONO FORUM

ECM physisch und metaphysisch

ECM-Produktionen sind für ihre unverwechselbare optische Präsentation und natürlich für ihren hochwertigen und fein ausbalancierten Klang weltweit geschätzt. Nun wird diese Qualität auch in der Welt des Streamings erlebbar sein.

Zum ersten Mal überhaupt wird der komplette ECM-Katalog - rund 1.600 Aufnahmen - bei allen relevanten Streaming-Diensten, auch bei Qobuz, Partner des FONO FORUM, verfügbar sein. "Das Label schwebt imponierend über dem Jazz, nicht nur wegen seines annähernd 40 Jahre umspannenden Back-Katalogs, sondern auch als ständiges Ideal für kontemplative improvisierte Musik...", schrieb der New-York-Times-Kritiker Ben Ratliff 2008 über ECM Records.

Inzwischen geht das Label stramm auf sein 50-jähriges Jubiläum zu und wurde seit Ratliffs Artikel in den DownBeat Critics Poll mit ehrfurchtgebietender Konstanz (einzige Ausnahme war das Jahr 2011) zum "Plattenlabel des Jahres" ernannt. Meist gewann Manfred Eicher parallel dazu auch die Wahl zum "Produzenten des Jahres".

Der Musiker Manfred Eicher hatte zusammen mit dem Kaufmann Karl Egger das anfangs nur auf Jazz und improvisierte Musik spezialisierte Label 1969 in München aus der Taufe gehoben und als erstes ECM-Album Mal Waldrons "Free At Last" produziert. Schnell fanden junge, vielversprechende Jazzkünstler aus den USA und Europa - etwa  Keith Jarrett, Chick Corea, Dave Holland, Jan Garbarek und Terje Rypdal - den Weg zu ECM und halfen dabei, das Label bis Mitte der 70er Jahre zu einem der stärksten Impulsgeber der gesamten zeitgenössischen Jazzszene zu machen.

1984 schuf Eicher die ECM New Series als Plattform für zeitgenössische E-Musik und moderne Aufführungen klassischer Werke, während bei ECM Records selbst auch immer mehr ethnisch gefärbte Musik aus allen Teilen der Welt ein Zuhause fanden.

Der Katalog des Labels ist mittlerweile auf rund 1.600 Aufnahmen angewachsen, von denen viele längst Klassikerstatus besitzen. Herausragende ECM-Produktionen im Bereich Jazz sind z. B. Keith Jarretts "The Köln Concert", Pat Methenys "Bright Size Life", Jan Garbareks "Afric Pepperbird", Chick Coreas "Return To Forever", Eberhard Webers "The Colours Of Chloë", das titellose erste Album von Evan Parker und Derek Baileys Music Improvisation Company sowie Tomasz Stankos "Soul of Things". Auch Vijay Iyers "Break Stuff" und "In Movement" von Jack DeJohnette, Ravi Coltrane und Matthew Garrison sind dazuzurechnen.

Einen vergleichbaren Einfluss übten auf die E-Musikszene auch Veröffentlichungen der ECM New Series wie Arvo Pärts "Tabula Rasa" oder "Officium" von Jan Garbarek mit dem Hilliard Ensemble aus.
Nun wird der umfangreiche ECM-Katalog erstmals komplett bei Streaming-Diensten verfügbar sein. Dabei wird die Musik von ECM erstmalig, zusätzlich zum gewohnten Album-Format, in Form von Playlisten präsentiert, die kompetent vom Münchner Label kuratiert wurden.

Geprägt durch seinen visionären Gründer und Produzenten Manfred Eicher hat ECM gleichbleibend hohe Standards in künstlerischen Belangen wie bei der Produktion beibehalten. ECM’s Musik und visuelle Gestaltung sind Gegenstand von Büchern, Filmen und Ausstellungen auf der ganzen Welt. Die Musik von Künstlern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, Paul Bley, Arvo Pärt, András Schiff, Kim Kashkashian, Anouar Brahem, Jack DeJohnette, Tomasz Stanko, Avishai Cohen, Nik Bärtsch, Vijay Iyer, Gidon Kremer, Meredith Monk und anderen herausragenden Musikern ist jetzt auch digital verfügbar, auch bei Qobuz Partner von FONO FORUM.

Die Deutsche Grammophon wird für den internationalen digitalen Vertrieb des umfangreichen ECM-Katalogs verantwortlich sein. Der Launch wird begleitet von einer breit angelegten Kampagne in Zusammenarbeit mit den engagierten Streaming-Partnern. ECM und die Universal Music Group haben darüber hinaus eine weitreichende Verlängerung ihrer Partnerschaft im Bereich der physischen Distribution vereinbart, die mit Australien um einen dynamisch wachsenden Markt erweitert wird.

Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon: „Ich danke Manfred Eicher für sein Vertrauen in Universal Music und die Deutsche Grammophon. Mein Team, meine Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt und ich freuen uns alle sehr, den wertigen ECM Katalog auch auf allen relevanten digitalen Plattformen erlebbar zu machen. Wir werden unsere vertriebliche Kompetenz in vollem Umfang ECM und seinen großartigen Künstlern zur Verfügung stellen. Die enge Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch werden auch dem Portfolio der Deutschen Grammophon zugute kommen.“

Frank Briegmann, President & CEO Central Europe Universal Music und Deutsche Grammophon: „Ich freue mich sehr über diese noch engere Kooperation. Unsere Zusammenarbeit zeigt, wie sich ein weltbekanntes Genre-Label und ein globaler Major respektieren und perfekt ergänzen können. Manfred Eichers jahrzehntelange Konzentration auf herausragende Künstler und beispielhafte Produktionen hat einen buchstäblich legendären Katalog geschaffen. Wir sind stolz darauf, ECM Zugang zu unseren internationalen Netzwerken und Expertenteams zu geben", heißt es bei Universal.