Eduard Brunner ist tot

Der Schweizer Klarinettist und ehemalige künstlerische Leiter der Sommerlichen Musiktage Hitzacker Eduard Brunner ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er hinterlässt viele Tondokumente seines Wirkens.

Eduard Brunner war nur ein Jahr lang künstlerischer Leiter des Festivals, doch die von ihm veranstalteten Musiktage 1986 mit Isang Yung als „Composer in Residence“ und herausragenden Künstlern wie Natalia Gutman, Oleg Kagan, dem Hagen Quartett, Tabea Zimmermann, David Geringas, Peter Schreier und Gerhard Oppitz waren ein Glanzpunkt in der Geschichte der „Sommerlichen“.

Zum 60. Jubiläum des Festivals im Jahr 2005 stand Eduard Brunner noch einmal auf dem Podium im VERDO: Der damalige Intendant Markus Fein hatte ihn ebenso wie die ehemaligen künstlerischen Leiter Wolfgang Boettcher und Claus Kanngiesser zu zwei Festkonzerten eingeladen.

Eduard Brunner war zudem ein gefragter Klarinettist und hat zahlreiche Schallplatten aufgenommen für Major-Labels, aber auch für kleinere Firmen mit seltener zu hörenden Werken seine Repertoires.

Auch die Hochschule für Musik Saar trauert um ihren Emeritus. Brunner bekleidete von 1992 bis 2007 eine Professur für Klarinette und Kammermusik an der Hochschule für Musik Saar und zeigte sich danach noch bis zu seinem Lebensende als geschätzter Dozent.

Brunner studierte zunächst am Konservatorium in Basel, später dann bei Louis Cahuzac in Paris. Ab 1959 begann er als Solist und Kammermusiker vor allem in Deutschland und in der Schweiz eine erfolgreiche Karriere. 1962 und 1963 war er Solo-Klarinettist der Bremer Philharmoniker, ab 1963 des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik. Als gesuchter Solist und Kammermusikspieler hat er an zahlreichen Platten- und CD-Aufnahmen mitgewirkt. Ein Beispiel ist die 2011 veröffentlichte CD Music for Solo Clarinet.

Dank seiner Initiative sind viele Kompositionen für Klarinette entstanden, unter anderem Konzerte von Cristóbal Halffter und Krzysztof Meyer sowie Kammermusikwerke von Edisson Denissow, Augustyn Bloch und Toshio Hosokawa. Durch seine enge Zusammenarbeit mit Helmut Lachenmann bei den von ihm uraufgeführten Werken Dal niente (1970) für Soloklarinette, Accanto (1975 - 1976) für Klarinette und Orchester und beim Trio Allegro sostenuto (1986 - 1988) trug er wesentlich zur Entwicklung neuer Spieltechniken auf seinem Instrument bei.

2012 erhielt er den Deutschen Musikpreis Echo Klassik in der Sparte Instrumentalist des Jahres (Klarinette) für sein Album Musik für Solo-Klarinette, erschienen bei Naxos.