Oliver Knussen ist tot. Bild: Marc Allan/BBC

Oliver Knussen ist tot. Bild: Marc Allan/BBC

Ein sensibler Riese des Empire

Im Alter von 66 Jahren ist der britische Komponist und Dirigent Oliver Knussen gestorben.

Seine Körperfülle ließ ihn wie einen Koloss aus einer anderen Zeit wirken, gleichzeitig ließ seine ritterlich wirkende Frisur auf etwas Edles schließen. Auch in seiner Musik vereinte Oliver Knussen Energisches mit der Vornehmheit des britischen Understatement. 1952 in Glasgow geboren, in der Nähe von London aufgewachsen, wo sein Vater als Kontrabassist im London Symphony Orchestra wirkte, gelangte Knussen schnell zu Bekanntheit, gefördert u. a. von Benjamin Britten und später Gunther Schuller. Bereits mit elf Jahren hatte er sein Kompositionsstudium aufgenommen. 1968 debütierte er. Neben seiner Arbeit als Komponist, die mit der schroff-atonalen zentraleuropäischen Avantgarde nicht übereinkam, war er als Musikorganisator tätig, so beim Aldeburgh Festival und in Tanglewood. Einem breiten Musikpublikum war er vor allem als Dirigent ein Begriff, etwa als Chef der London Sinfonietta oder Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra. Das kompositorische Schaffen von Oliver Knussen ist derzeit vor allem in Aufnahmen der zweiten und dritten Symphony präsent. Ältere Porträt-CDs von EMI und Deutsche Grammophon sind derzeit schwer zu bekommen. Am 8. Juli 2018 ist Oliver Knussen verstorben.